Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 11 (August 1896)
- Article
- Jüdische Alterthümer in Worms und Speyer
- Date
- 1896-08-01
- Page
- Seite 511 (sequence 3)
- Language
- German
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Jüdische Alterthümer in Worms und Speier. 511 griffen, und ־wie ־willig sie ihm folgten. Die jüdische Bauthätigkeit ging seit dem 10. Jahrhundert mit der christlichen Hand in Hand. Der Bau der Synagogen in Worms (1034) und Speier (nach 1084, s. weiter) fällt in die Zeit der Erbauung der Dome daselbst. Die Juden waren so von den edlen Formen des romanischen Stiles durchdrungen, dass sie diesen in ihre Gotteshäuser einführten. Wer gewisse Details in den erwähnten Synagogen mit solchen in den betreffenden Domen vergleicht, kann sich über die Uebereinstimmung nicht genug verwundern. Yielleicht wurden beim Baue der Synagogen Meister zu Käthe gezogen, welche an den Domen gearbeitet hatten. Jedenfalls gehören die Wormser Synagoge und das Speierer ״Judenbad“ zu den besterhaltenen und bedeutendsten Denkmälern der frühromanischen Periode. Die Synagoge in Speier hat sehr gelitten, und von der in Mainz wissen wir nichts. Ich lasse liier zwei Abhandlungen folgen über die Wormser Synagoge und über die Anfänge der jüdischen Gemein de in Speier. *Weitere Forschungen über Mainz, Worms und Speier hebe ich für eine grössere Arbeit auf. Die Wormser Synagoge. Hur wenige Baudenkmäler aus dem 11. Jahrhunderte haben sich in ihrer ursprünglichen Gestalt so gut erhalten, wie die Wormser Synagoge. Die späteren Anbauten beeinträchtigen durchaus nicht den Hauptbau und gehen sich auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Auch haben sich viele Inschriften erhalten, welche über die Zeit der Entstehung der verschiedenen Tracte genügenden Aufschluss gehen. Wohl ist manche Inschrift verschwunden, und manche befindet sich gegenwärtig nicht auf dem Platze, welcher ihr ursprünglich angewiesen wurde. Hier kommt uns eine Copie von den In- Schriften zu statten, w7eiche ein gewisser Elieser b. Samuel im Jahre 1559 allgefertigt, und welche sich in einer Carmol;?- sehen Handschrift erhalten hat1). Durch diese sind wir in den Stand gesetzt, das Fehlende zu ergänzen, und den richtigen Platz der Inschriften zu eruiren. Folgende Beschreibung beruht auf persönlicher Beobachtung Ü Eine Abschrift aus der Carmoly’schen Handschrift, von N. Brüll angefertigt, -befindet sich im Archiv der israelitischen Gemeinde zu Worms. Es ist mir eine angenehme Pflicht, Herrn S. Rothschild, Lehrer an der Stadtschule zu Worms, auch, öffentlich meinen Hank abzustatten für die Liebenswürdigkeit, mit welcher er mir hei meinen Forschungen in Worms an die Hand ging.