Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 11 (August 1896)
- Article
- Die Chronik des Achimaaz von Oria (850-1054)
- Date
- 1896-08-01
- Page
- Seite 506 (sequence 11)
- Language
- German
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506 Die Chronik des Achimaaz von Oria. astronomisch genauen Angabe des wahren Neumonds. Chananel aber sollte, wenn der Irrthum seiner Angabe sich heute Nacht heraussstellen würde, zum Christenthum übergeben, im Falle jedoch, dass seine Berechnung sich als die richtige erwiese, das kostbare, auf 300 Goldstücke bewerthete Eoss, das der Erzbischof am Neujahr zum Geschenke erhielt, oder dessen Gegenwerth aus seiner Hancl entgegennehmen. 111 Gegenwart der Stadtobrigkeit hatte Chananel auf diese Bedingungen eingehen müssen. Anf Geheiss des Erzbischofs wurde sofort für die Nacht zur Beobachtung des Eintritts des Neumonds umfassende Torsorge getroffen. Chananel aber überzeugte sich bei seiner Naclihausekunft nur allzubald auf Grund der Kalenderrechnung, dass seine Angabe eine irrthümliehe gewesen. Nur ein Wunder konnte ihn von dem Schicksale retten, das ihm bevorstand. In inbrünstigem Gebete warf sich der zu Tode geängstigte Fromme vor Gott, ,,die alte Hülfeic, hin, der allein noch abwenden konnte, was mit dem sichtbar werdenden Neumonde über ihn hereinbrechen musste. Und der Mond blieb unsichtbar die ganze Nacht hindurch. Der Himmel war wieder einmal sichtlich für seinen Frommen eingetreten, und der Erzbischof im Sinne der Vereinbarung genöthigt, Chananel die 300 Goldstücke auszubezahlen, die dieser sofort an die Armen vertheilte. Wie weit Chananel hinter seinem Bruder Schefatja zurückstand, das beweist die Lückenhaftigkeit der Ueberlieferung, die uns von seinem Leben nur wenig auf bewahrt hat und über die Umstände und die Zeit seines Todes vollends mit Stillschweigen hinweggeht. Ton dem dritten Bruder Eleasar war ausser seinem Namen so wenig auf die Nachwelt gekommen, dass Achimaaz, wenn wir nicht eine Lücke in seiner Chronik annehmen sollen, Nichts von ihm zu berichten weiss und ohne Bemerkung ihn übergeht. Amitthai ben Schefatja. Dank den Angaben der Chronik von Toledo werden wir fortan Amitthai, den fruchtbaren synagogalen Dichter, der gleich einem unfassbaren Schatten durch die Litteraturgeschichte huschte, für die älteren Fiuterklärer ein Zeitgenosse der Zerstörung des Tempels unter Titus gewesen ist1), für l) Zunz> Litteraturgescliichte, p, 106. Landsliuth,,עמודי העבודד p. 46 vermutliete nach der Anwendung־ von בריבי, ini Akrostichon seiner Poesien seinen italienischen Ursprung.