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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-08-01 · Heft 11 (August 1896) · p. Seite 505

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 11 (August 1896)
Article
Die Chronik des Achimaaz von Oria (850-1054)
Date
1896-08-01
Page
Seite 505 (sequence 10)
Language
German
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Die Chronik des Achimaaz von Oria, 505 nämlich sein Vetter Namens Papoleon1) in jungen Jahren, während die Brüder in Geschäften zu Benevent sich aufhielten, plötzlich vom Tode hinweggerafft wurde, entschloss sich Chananel, um die Brüder, die sonst unmöglich zur Leichenfeier hätten eintreffen können, des letzten Liebesdienstes an dem vor der Zeit entrissenen Jüngling theilhaftig werden zu lassen, den Todten dadurch, dass er ihm den Gottesnamen auf einem Pergamentstreifen unter die Zunge legte, künstlich in’s Leben zu rufen. Die Brüder aber sahen in der Nacht vor den! Tage, an dem sie in Oria ein trafen, ein erschreckendes Trauingesicht. Ein Engel war ihnen erschienen, der die Herausforderung Gottes, die gewaltsame Aufhebung des göttlichen Rathschlusses ihnen strafend zum Vorwurf machte. Erst daheim fanden sie den Schlüssel zur Lösung der räthselhaften Traumerscheinung. Chananel, der den Verstorbenen in’s Dasein zurückgerufen hatte, oblag jetzt die traurige Pflicht, ihn dem Tode zurückzugeben und den Gottesnamen, der das Wunder gewirkt hatte, dem Jünglinge aus dem Munde zu nehmen. Die allezeit rege Bekehrungssucht der Kirche, die in Lockungen zum Uebertritt wie in gewaltsam aufgedrungenen 'Glaubensdisputationen sich äusserte, peinigte bereits um die Wende des zehnten Jahrhunderts auch die Juden Orias. Auch R. OhananePs friedliches Leben sollte sich nicht schliessen, ohne die Uebergriffe dieser Gewalt empfunden zu haben. Der Erzbischof von Oria zwang ihn, zu einer Disputation in seinem Palaste2) zu erscheinen. Von allgemeinen Fragen wandte sich das Gespräch dem jüdischen Kalender zu, dessen Richtigkeit der Erzbischof durch ein actuelles Beispiel zu widerlegen sich vorgenommen hatte. Chananel sollte genau die Zeit des nächsten Neumondes bestimmen. Unvorbereitet, wie er war, vermochte er nur annähernd diesen Zeitpunkt anzugeben. Das sollte für ihn verderblich werden. Flugs berichtigte ihn nämlich der Erzbischof3) mit der sorgfältig bestimmten und x) P. 119, Z. 23. אח קטן kann, da Achimaaz p. 112, Z. 10 nur von zwei Brüdern Chananel’s berichtet, von Schefatja nnd Eleasar, nicht den Bruder bedeuten. Es ■dürfte *אח שני (vgl. Zunz, Ges. Schriften 3, 157, n. 2) Vetter heissen. Der Name Papoleon erinnert in seiner Zusammen- Setzung an Napoleon oder Pantaleon einen Namen, der besonders durch den h. Pantaleon berühmt geworden ist; vgl. auch Hertz berg, a. a. 0. p. 206. ף P. 120, Z, 10 ist: בבנין ה[ ] הנקרא דגמונייא wohl durch [ה[טומאח zu ergänzen, vgl. p. 116, Z. 13. [Ich möchte הבריא nach Tem. 28h vorschlagen. Br.] 3) Ib. Z. 18 erinnert האנמויי an den Gebrauch von בפח ואגמון (Jes. 9,13) für Bischof nnd Erzbischof s. Grünbauia, Jüdisch-deutsche Chrestomathie, p. 38, 529, 544.

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