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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-08-01 · Heft 11 (August 1896) · p. Seite 504

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 11 (August 1896)
Article
Die Chronik des Achimaaz von Oria (850-1054)
Date
1896-08-01
Page
Seite 504 (sequence 9)
Language
German
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504 Die Chronik des Achimaaz von Oria. den Schmerz seiner Seele ob des Drucks der Glaubensverfolgung ausströmte, unter dem so viel treue Bekenner des Einzigeinen schmachten mussten. Mit Wehnrath sah die Gemeinde die Kräfte ihres verehrten Oberhauptes abnehmen. Vergeblich hatte man, als das Neujahrsfest des Jahres 4647 herankam, Schefatja von Neuem überredet, den! Schofar, wie er es seit soviel Jahren gehalten hatte, seine erweckenden und bewegenden Töne zu entlocken, die Kraft versagte, wimmernd und stockend nur entrang der Ton sich dem Widderkorne. Wie eine böse Vorahnung ging es durch die Reihen der Andächtigen, der Rabbi verliess das Gotteshaus, um sein Lager aufzusuchen, da er fühlte, dass seine Stunde gekommen war. Aber er sollte die Augen nicht für ewig schliessen, ehe er eine Botschaft der ihm geängstet und kummervoll nacheilenden Gemeinde verkündete, die einen Alp von den Gemüthern hinwegzunehmen und wie ein Ruf des Erlösers zu wirken geeignet war. Am 29. August 886 war Basilios I. auf der Jagd verungltickt und eines plötzlichen Todes gestorben. Fünf Tage darauf, am jüdischen Neujahrstage des 3. September, erfuhr die Gemeinde von Oria von ihrem sterbenden Führer Schefatja die Nachricht, die erst später amtlich, wie es üblich war, von Constantinopel nach Bari verlautbart wurde1). Schefatja aber fühlte sich wie vor den Gerichtshof im Himmel geladen, um hier dem Tyrannen und Bedrücker seines Volkes seine Sündenschuld vorzuhalten, für die ihn alle Engel des Verderbens mit feurigen Ketten zur Hölle schleppen würden. Chan anel. Dem zweiten Sohne Amitthai’s, R. Chananel, der gleich R. Schefatja in Oria wirkte, war eine bescheidenere Rolle als seinem älteren Bruder zugewiesen. Im Schatten seines Lehrhauses der Gesetzeskunde und der Geheimlehre hin gegeben, trat er wenig in’s Leben hinaus, mehr ein Zeltenbewohner als ein Mann der öffentlichen Wirksamkeit. Aber auch in ihm verehrten die Zeitgenossen so sehr die wunderthätige Frömmigkeit und die Beherrschung der geheimnissvollen Kräfte und Mächte, dass der Ruf seines Namens viele Geschlechter hindurch lebendig blieb. Die Kunst, mit Hülfe des geheimen Gottesnamens selbst den Tod zu überwältigen, soll auch er in einem Grade besessen haben, dass er einst einen Verstorbenen belebte. Als 1) P. 124, Z. 10.

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