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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-08-01 · Heft 11 (August 1896) · p. Seite 501

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 11 (August 1896)
Article
Die Chronik des Achimaaz von Oria (850-1054)
Date
1896-08-01
Page
Seite 501 (sequence 6)
Language
German
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Die Chronik des Achimaaz von Oria. 501 und. bat den schlauen Araber, als dieser ihn auf den bevorstehenden Sabbath hinwies, sich darüber keine Gedanken zu machen. War er doch sicher, dass er durch die raumverschlingende Kraft des Gottesnamens1), der die Hufe seiner Bosse beschleunigen würde, die Butfernung kürzen und schleunigst in seinem Oria eintreffen werde. Die Sonne stand noch am Himmel, als Schefatja der Heimat sich näherte und ihre Bürger zu rascher Flucht vor den Kaub״ und Beutegelüsten des bald in Eilmärschen heranrückenden Saudan ermahnen konnte. Als am folgenden Tage Saudan mit seinem Heere vor der Stadt erschien, soll er vor Allem die Auslieferung Schefatja’s ge־ fordert haben, der nach seinem eigenen Religionsgesetze als TJebertreter des Gebotes der Sabhathruhe das Leben verwirkt habe. Schefatja aber konnte ruhig auf das Zeugniss seiner Mitbürger hinweisen, die ihn lange vor Sonnenuntergang am vorhergehenden Tage in ihre Mauern einkehren lind auf den Empfang des Sabbath sich hatten vorbereiten sehen. Offenbar hatte der Eroberer, wie wir die hier abbrechende Sage ergänzen können, das Leben des ehrwürdigen Rabbi schonen müssen '* 2). Hm diese Zeit hatte der babylonische Lehrer Ahron Oria bereits verlassen, um sich nach Bari zu begeben3), wohin ihn wohl schon die stille Hoffnung gezogen haben mochte, in diesem allen Pilgern nach dem Oriente damals bekanntesten Hafen des Abendlandes leicht nach den Gestaden des Ostens sich einschiffen zu können. Hier war der neue Regent Saudan auf den merkwürdigen Gast aus dem Reiche der Chalifen aufmerksam geworden. Er zog ihn an seinen Hof, an dem er bald wie ein Hausorakel verehrt und verwendet wurde. Ueber Ahron aber war ein unaufhaltsames Sehnen nach der Heimat gekommen. Sechs Monate nur hatte es ihn in Bari geduldet, und als er eines Nachts im Traume sich daheim gesehen hatte, stand am Morgen unerschütterlich sein Entschluss fest, noch an demselben Tage im Halen sich einzuschiffen. Ein Egyptenfahrer, der eben die Anker lichtete, nahm ihn auf. Vergeblich sandte Saudan ihm nach. Kraft des Gottesnamens, 0 ובאותו היום הלך מהלך עשרה ימים בשם המפורש heisst es bei Benjamin von Tudela von David Alroy (s. Mediaeval Jew. Chron. I, 123). lieber den hierbei anzuwendenden Gottesnamen אם בעית דתלפלן ארעא קלמך — s. חרבא דמשה, ed. Gaster, Journal of tne Boyal Asiatic soeiety, April 1896, p. XVII Z. 18. 2) Die Annahme dürfte nicht abzuweisen sein, dass p. 119, Z. 3 ein Stück der Handschrift, das den Abschluss der Erzählung von Saudan enthalten haben dürfte, verloren gegangen ist. 3) ‘ P. 119, Z, 4 ff.

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