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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-08-01 · Heft 11 (August 1896) · p. Seite 500

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 11 (August 1896)
Article
Die Chronik des Achimaaz von Oria (850-1054)
Date
1896-08-01
Page
Seite 500 (sequence 5)
Language
German
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500 Die Chronik des Achiinaaz von Oria. erklärer zu uns drang, von den fünf Gemeinden einer unbekannten Pentapolis, die in Folge der wundertätigen Befreiung der Kaiserstochter durch Schefatja allein im ganzen byzantinisehen Reiche den masslosen Schrecken der Glaubensverfolgung entgangen waren 1). Wir erfahren hier aber auch, was bisher unbekannt war, dass die Juden in Byzanz den Sohn und Nachfolger Basilios’ I., Leo VI., als den Wiederhersteller ihrer vollen Glaubensfreiheit verehrten und in segnender Erinnerung bewahrten* 2). Z11 den Stürmen der Glaubensverfolgung, ־welche die Juden Grossgriechenlands unter Basilios I. zu erleiden hatten, geseilten sich bald die Verheerungen, welche die Raubzüge der Saracenen im Lande verbreiteten. Kaum war Schefatja aus Constantimopel in die Heimat entlassen worden, als sich die Schaaren der arabischen Eroberer über das offen vor ihnen daliegende Calabrien und Apulien ergossen3). Bari war bereits in ihre Hände gefallen und zum Sitze der neuen Regierung erhoben worden, die ein Häuptling, Namens Saudan, an sich gerissen hatte. Vergebens waren die Zusicherungen freier Glaubensübung, die Schefatja seiner Gemeinde mitgebracht hatte; auch über Oria sollte das Verhängniss herein brechen, das der Reihe nach die Städte Apuliens unter die Botmässigkeit der Araber gebracht hatte. Wohl waren es zunächst friedliche Anträge, die der Eroberer der Stadt machen liess. Saudan erklärte, ein Bündniss mit ihr schliessen und vor ihren Mauern Halt machen zu wollen, wenn man zu einem Tribute sich verstehen würde4), aber die Schlauheit und TJnredlichkeit dieses Anerbietens war nur zu durchsichtig. So gross war das Ansehen des wundertätigen Rabbi inmitten seiner Heimatsgenossen, dass der Befehlshaber von Orla R. Schefatja dazu ausersah, mit Saudan zu verhandeln und dessen Absichten zu erforschen. Dieser hielt den offenbar des Arabischen kundigen Abgesandten so lange im Lager zurück, bis der Anbruch des Sabbath so nahe gerückt war, dass er die Heimkehr des gesetzestreuen Rabbi nach Oria für unmöglieh halten durfte. Schefatja aber bestand auf seiner Abreise ג) Vgl. Kaufmann in Frankel-Graetz’ Monatsschrift 31 (1882), 421 f. Die angebliche Berufung des Moses von Cypern zur Entscheidung der Controverse zwischen Griechen und Armeniern in Betreff der Osterberechnung im Jahre 1106 fand unter Basilius II. statt, s. Wiener in Hebr. Bibi. 6, 116. 2) P. 117, Z. 28—118, Z. 3. 3) P. 118, Z. 4 ff. 4) Vielleicht ist p. 118, Z. 10: דלן המם יתנו להם statt יחן ZU lesen.

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