Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 11 (August 1896)
- Article
- Die Chronik des Achimaaz von Oria (850-1054)
- Date
- 1896-08-01
- Page
- Seite 498 (sequence 3)
- Language
- German
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498 Die Chronik des Aehimaaz von Oria. aus durchlief auch die Schreckensnachricht Apulien und die süditalischen Provinzen des byzantinischen Kaiserth 11ms. In Oria aber lebte damals ein Mann, von dem der Ruf seiner Frömmigkeit und wunderwirkenden Heiligkeit bis an den Hof des Kaisers in Constantinopel gedrungen war, Schefatja b. Amitthai. Ihn hatte Basilios nach Byzanz bringen zu lassen beschlossen, weil er wahrscheinlich die Bekehrung dieses Gottesmannes als ein besonders heiliges und reinigendes Werk sich selber Vorbehalten hatte oder, wie die Sage verbreitete, weil er von den! Wunderthäter die Befreiung seiner Tochter aus den Banden des Wahnsinns mit Zuversicht erwartete. In einem Chrysobull, das von den Abgesandten des Kaisers ihm überreicht wurde, erfuhr Schefatja den Willen des Gewaltherrschers, gegen den es keinen Widerstand gab, zumal ihm freies Geleite nach der Heimat in dem Handschreiben zugesichert war. In Constantinopel angelangt, hatte Schefatja als eine der ersten. Prüfungen, die seiner harrten, eine Disputation zu hestehen, in der ihm die Erage vorgelegt wurde, welches Bau- ־werk wohl grössere Schätze verschlungen habe, der Bau des Salomonischen Tempels zu Jerusalem oder der der Hagia Sophia zu Constantinopel. Schnell gefasst soll der Rabbi von Oria auf Grund der h. Schrift den Beweis geführt haben, dass die Kosten des Tempels die der Kirche um rund hundertzwanzig Centner Goldes und fünfhundert Centn er Silber noch übertroffen hätten1). Besiegt von der Weisheit des Rabbi oder, wie dieser hescheiden ihn berichtigte, von der Schrift, habe Basilios ihn an seine Tafel geladen, 'an der nur Erlichte und religionsgesetzlich erlaubte Gerichte seiner warteten, die auf goldenen Schüsseln an silbernen Ketten von der Höhe der Decke herunterschwebten. Jetzt erst erfuhr Schefatja, welche Aufgabe ihm zugedacht worden war. Es galt, die Tochter des Kaisers aus der Umnachtung ihres Geistes zu befreien und den Dämon auszutreiben, der sie so lange gefangen gehalten hatte. Der reine, von keinerlei Bildwerk entweihte Ort, den Schefatja für sein Unternehmen forderte, ward ihm gewährt. In dem Garten des Palastes Bukoleon, der vielleicht noch aus den Tagen der!) lieber die ähnliche Unterredung zwischen Kaiser Heinrich IY. und Kalonymos in Betreff des Doms von Speyer s. Nizzach'on. vetus in Wagen seih s tela ignea Satanae, s. 41.