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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-08-01 · Heft 11 (August 1896) · p. Seite 497

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 11 (August 1896)
Article
Die Chronik des Achimaaz von Oria (850-1054)
Date
1896-08-01
Page
Seite 497 (sequence 2)
Language
German
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Die Chronik des Achimaaz von Oria. 497 das byzantinische Reich bezeichnen za dürfen1). Der byzantinische Kaiser, mit dem ihn die Sage in Beziehung setzt, sollte Basilius II. (976—1025), sein Zeitgenosse Salomo ha־Babli sein. Graetz meinte, um ein Jahrhundert hinaufrücken zu müssen und Basilius I. als den Kaiser nennen zu dürfen, in dessen grausame Glaubensverfolgungen die Tage SchefatjVs fielen2). Dank den trotz alles sagenhaften Gepränges unzweifelhaft historischen Angaben unserer Chronik befinden wir uns jetzt, was die Lebensumstände R. Schefatja’s an geht, auf völlig gesichertem Boden. Wir können, wie Graetz ahnungsvoll vorhererkannt hat, die zweite Hälfte des neunten Jahrhunderts als die Zeit seiner Wirksamkeit und die süditalische Gemeinde Oria als seine Heimat und den Schauplatz seiner von der geschäftigen Sage ausgeschmückten, sicherlich aber so hohen Nachruhmes würdigen Thätigkeit in Anspruch nehmen. In diesem ältesten Sohne Amitthai’s erkennt die Eamilie des Chronisten Achimaaz den eigentlichen Heros ihrer ganzen Geschlechtsfolge. Zum ersten Male gewinnt jetzt die jüdische Geschichte eine schärfere Vorstellung von einer der furchtbarsten Glaubens- Verfolgungen, die in dem weitgestreckten byzantinischen Reiche über die Juden hereingebrochen ist. Basilius I, der Macedonier, der Stallknecht, wie ihn seine Gegner nannten, der Mörder3) des Casars Bardas und des Neffen desselben, des Kaisers Michael III., glaubte zur Reinigung seines Namens und zur Beschwichtigung seines Gewissens gleich nach dem Antritte seiner selbstständigen Regierung keine segensreichere Massregel ergreifen zu können, als die Juden in seinem Reiche gewaltsam zum Uebertritt in seine Kirche zu bewegen. Man zählte das Jahr 868, genau acht Jahrhunderte nach der Zerstörung des Tempels 4)י als die Boten des Kaisers im ganzen Reiche verkündeten, dass die Zeit der freien Glaubens Übung für die Juden ihr Ende erreicht habe. Yom Hafen von Otranto 5) 1) Ib. 235, Synagogale Poesie 170. 2) Geschichte der Juden Y2, 254. 3) איש עוולה ומרמה ברמים nennt ihn Achimaaz p. 115, Z. 26. Statt עובד המן Z. 29 ist natürlich ן iah עובד der. Götzenanbeter zu lesen. 4) P- 115, z. 27: בשנת שמנה מאות שנים * לעיר הקדש למלאות הרבנים und p. 132, Z. 13: השמד שעשה בסילי המגובה * היה בשנת ארבעת אלפים ושש מאות ועשרים ושמונה. Die Aera der Zerstörung des Tempels ist in Unteritalien allgemein neben der nach Jahren der Weltschöpfung üblich gewesen, vgl. die Epitaphien von Yenosa bei As coli a. a. 0. 3) P. 116, z. 2: והשליחים שמטו ♦ עד המעבר באודדבטו. Den Ausdruck המעבד s. auch bei Josippon Jew. Quart. Kev. IY, 623. Monatsschrift. 40. Jahrgang. 32

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