Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1896)
- Article
- Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, sein Ursprung und Charakter und sein Verhältniss zu den anderen pentateuchischen Targumim
- Date
- 1896-06-01
- Page
- Seite 401 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2829132-2829682-2829692-2879991--27207-2880024- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das Fragmenten-Targam zum Pentateuch. 401 benutzt habe.“ Allein, wie bereits früher bemerkt, wird in jenen Werken auch nicht mit einem Worte angedeutet, dass die mitgetheilten Uebersetzungen einem Targum entnommen seien, vielmehr liegt es in den meisten Fällen klar zu Tage, dass es sich lediglich uni mündliche Uebertragungen oder Erklärungen Einzelner handelt, die bisweilen auch namentlieh genannt sind. Wenn dagegen Seligsohn meint, diese Uebereinstimmung sei nicht sowohl auf eine Abhängigkeit von einander zurückzuführen, als vielmehr daraus zu erklären, dass die Uebertragung gewisser Stellen im Pentateuch, von Alters her überkommen, Gemeingut jener Zeit gebildet habe, so dürfte diese Erklärung zwar in einzelnen Fällen nicht ganz zurückzuweisen sein, im Allgemeinen aber beruht diese Uebereinstimmung ganz zweifellos auf einer Entleimung des Targum-Jeruschalmi, wie hier gleich gezeigt werden soll. * 1) Gen. 6, 14 waren die Worte עצי גופר im Targimi-Jeru־ schalmi durch אעין דקדרינון wiedergegeben, wie aus Aruch, Art. PT) zu ersehen ist; vgl. auch Ergm.-Targ. דאעין דקדרינון* Genau dieselbe Uebersetzung findet sich auch G. r. 31, 5, aber nicht als ,,Targumstelle“, sondern als Erldarung e. Uathan’s mitgetheiit: עצי גופדא״ר נתן* 2) אעין דקדרינח. Die Abhängigkeit des Targ.-Jeruschalmi von dieser Stelle ist um?0 weniger zu bezweifeln, als dieses Targum sonst yV in der Bedeutung ,,H01zu durch ר!יםא wiedergiebt, wie denn auch Jonathan diese Stelle thatsäcklich mit דקיסין קללונין übersetzt. Auch in der Uebertragung der Namen in der Völkertafel, Gen. Cap. 10, folgt das Targum-Jeruschalmi ־wiederholt Genesis rabba, so zunächst * 2) Gen. 10, 2. Die Uebersetzung der Völkern amen גומר ומגוג ומדי ויון ותובל ומשך ותירס lautete bei Targ.-Jerusch., wie aus Citaten bei Aruch (vgl. die Artt. מסיא ,אפליקי und תלקי) sich festsstellen lässt: .אפדיקי וגרמני ומדי ומקדוניא וותכיא ומוסיא ותלקי. Dieselbe Uebersetzung hat auch das Targum der Chronik (zu I, 1, 5), daneben aber auch als ,»andre La.“ noch die folgende: גלמניא גיתייה והמדן ואוביפום רתנייה ומוסייה וחלקי. Vergleicht man nun hiermit die in beiden Talmuden und Gen. rabba zu diesen Namen sich findenden Erklärungen, so ergiebt sich, dass die zweite Uebersetzung genau dem jerus. Talmud sich anschliesst, während die erstere, also diejenige des Targ.-Jeruschalmi G. r. folgt. 0 Dissert., S. 36. 2) So nach Aruch, a. a. 0. und in IIss,; vgl. Theodor, M. S., Jahrg. 38, s. 436. Die Ausgg. haben ודבותא דאעין דקדר׳♦ Monatsschrift. 40. Jahrgang. 26