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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-05-01 · Heft 8 (Mai 1896) · p. Seite 380

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 8 (Mai 1896)
Article
[Rezension]
Date
1896-05-01
Page
Seite 380 (sequence 2)
Language
German
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380 Besprechungen. Bibliothekar Franciscus Ehrle (Stimmen aus Maria-Laach vom 15. März 1896) Avicebron noch immer ein arabischer Philosoph geblieben ist. In den Jahren 1857—59 hat Munk in seinen Melanges de Philosophie Juive et Arabe den Auszug des Palaquera mit einer französischen Uebersetzung und erklärenden Anmerkungen veröffentlicht und dadurch die Aufmerksamkeit der Forscher von Neuem auf die Philosophie des Avicebron gelenkt. Auf die in der Pariser Handschrift Ponds St. Victor No. 32 erhaltene lateinische Uebersetzung des Pons vitae hat zuerst Victor Cousin (Fragments Philosophiques, IV Edition, 1847, II, S. 333) aufmerksam gemacht. Munk hat in seinen Anmerkungen wie in seiner Analyse des ganzen Buches diese Handschrift bereits benutzt und in den Additions und Eectifications auch Einzelnes aus der inzwischen auf gefundenen, viel korrekteren Handschrift der Bibliotheque Mazarine nachgetragen. Hie Grundlage der Munk’schen Arbeit bildete aber der Auszug Faiaquera's, aus dem sich, weil er nur abgerissene Sätze des von ihm exeerpirten Schriftstellers darbietet, eine auch nur einigermassen befriedigende Kenntnis des Gabirolsehen Systems in seinem Zusammenhang nicht gewinnen liess. Unabhängig von Munk, auf dessen Arbeit er, nachträglich durch Haureau aufmerksam gemacht, nicht weiter eingegangen ist, hat Seyerlen auf Grund der Handschrift in der Bibliotheque Mazarine In ■den theologischen Jahrbüchern von Bauer und Zeller (Tübingen 1856 und 1859) eine ausführliche und mitunter tief eindringende, aber doch zu sehr mit eigener Speculation durchsetzte Dar- Stellung der Avicebronschen Philosophie gegeben. Unter Zugrundelegung desselben Manuscripts habe ich die Philosophie Gabirols dargestellt iu meiner Schrift: Die Philosophie des Salomon ibn Gabirol, Göttingen 1889. Seit Jahresfrist liegt nun der Text des Pons vitae in einer von dem Professor der hiesigen Universität Clemens Baeumker veranstalteten Ausgabe gedruckt vor. Das Buch hat lange warten müssen, bis es einen Herausgeber gefunden hat. Dafür aber ist ihm das Glück zu Theil geworden, in Baeumker einen Herausgeber gefunden zn haben, wie wir ihn dem Buche und uns selber nicht besser wünschen konnten. Es ist eine klassische Leistung, die uns hier dargebotea wird. Ich wusste aus der mittelalterlichen Literatur kein zweites Buch zu nennen, das in einer solchen, nach jeder Biehtung hin meisterhaften Edition zu Tage getreten wäre, wie sie das Pons vitae seinem Herausgeber zu verdanken hat. Hier hat die tiefste Sachkenntniss des gelehrten Forschers auf dem Gebiete der mittelalterlichen Philosophie mit der Akribie und einer auch das Kleinste nicht ausser Acht lassenden Sorgfalt des Philologen sich vereinigt, um ein Werk zu schaffen, das dem Herausgeber zum Buhin und der Wissenschaft, besonders der jüdisch-religionsphilosophischen Literatur zur Zierde gereicht. Bei der Veranstaltung der Ausgabe lagen Herrn Prof. Baeumker die vier bisher bekannten Handschriften des Pons vitae vor, und zwar der Codex Parisinns der Nationalbibliothek (früher St. Victor), der Codex Parisinus der Mazarin’schen Bibliothek und der Codex Amplonianus der Erfurter Bibliothek im Original und der Codex Columbinus der Kapitelsbibliothek zu Sevilla in einer photographischen Nachbildung. Auch der Auszug des Palaquera ist mit gründlichem Sachverständnis als willkommenes Hilfsmittel benutzt worden. Ueber den Werth der einzelnen Handschriften und über die Grundsätze, von denen er bei der Pest- Stellung des Textes sich leiten liess, giebt Herr B. in den Prolegomena genaue Auskunft. Der Ausgabe des Pons vitae (S. 1—339) folgt unter dem Titel

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