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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-05-01 · Heft 8 (Mai 1896) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 8 (Mai 1896)
Article
[Rezension]
Date
1896-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Besprechungen, Baenmker, Clemens. Avencebrolis (Ibn Gebirol) Tons vitae ex Arabico in Latinum translatus ab Johanne Hispano et Dominico Gundissalino. Ex codicibns Parisinis. Amploniano, Columbino primum edidit Monasterii 1895. Gr. 80. SS. XXII u. 558. Der um die quellenmässige Erforschung der mittelalterlichen Philosophie hochverdiente französische Gelehrte Amable Jourdain hat schon im Jahre 1819 die Bemerkung gemacht, dass man zu einer sicheren Kenntniss der Philosophie des dreizehnten Jahrhunderts zu gelangen erst dann hoffen dürfe, wenn die Bücher: De causis und Pons vitae einer eingehenden Analyse würden unterzogen worden sein. (A. Jourdain, Recherches sur les anciennes traductions latines d’Aristote, Paris, 1. Aufl. 1819). Beide Bücher, auf neuplatonische Quellen zurückgehend, bilden gewissermassen ein Ferment, das auf die sonst dem Aristolelismus huldigende Scholastik des dreizehnten Jahrhunderts einen in der That bemerkenswerthen Einfluss ausgeübt hat. Es hat jedoch lange gedauert, bis die der kritischen Forschung auf dem Gebiete der mittelalterlichen Philosophie von Jourdain gestellte Aufgabe zu ihrer Erledigung gelangt ist. Bei dem Buche De causis, das im Uebrigen, weder was seinen selbständigen Werth noch was seine Bedeutung für die mittelalterliche Philosophie betrifft, an das Fons vitae auch nur im Entferntesten hinanreicht, war man wenigstens in der Lage, die schon im Jahre 1489 zum ersten Mal gedruckte lateinische lieber Setzung, die ja auch den Scholastikern allein Vorgelegen hat, benutzen zu können. Eine kritische Ausgabe des arabischen Originals und der lateinischen Uebersetzung, begleitet von einer umfassenden literarhistorischen Untersuchung über die Herkunft und den geschichtlichen Einfluss des Buches, hat erst Otto Bardenhewer im Jahre 1882 (Die pseudoarlstotelische Schrift: lieber das reine Gute, bekannt unter dem Namen Liber de causis. Freibarg i. B.) geliefert. Viel übler war man mit dem Fons vitae des Avic-ebron daran. Schon in der ersten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts scheint dieses Buch im arabischen Urtext kaum noch gelesen und seit der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts scheint auch die lateinische Uebersetzung nur wenig beachtet und durch Abschriften vervielfältigt worden zu sein. So kam es, dass das Buch, das in der Scholastik des dreizehnten Jahrhunderts eine so hervorragende Rolle spielt, dessen Verfasser von dem Pariser Bischof Wilhelm von Auvergne als der herühmteste aller Philosophen bezeichnet wird, viele Jahrhunderte hindurch spurlos verschollen war, bis Salomon Munk in einer Handschrift der Pariser Bibliothek den hebräischen Auszug des Schemtob Falaquera auffand und durch eine Vergleichung desselben mit den Citaten aus dem Fons vitae bei den christlichen Scholastikern die überraschende Entdeckung machte, dass der vermeintliche arabische Philosoph Avicebron oder Avencebrol mit dem berühmten jüdischen Dichter Salomon Ibn Gabirol identisch sei. Ein halbes Jahrhundert ist verstrichen, seitdem Munk diese Entdeckung zuerst bekannt gemacht hat (Literaturblatt des Orients 1846 No. 46), und doch scheint sie noch heute den Weg bis nach Rom nicht zurückgelegt zu haben, da für den päpstlichen

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