Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1896)
- Article
- Beiträge zur Erklärung des Buches Hiob
- Date
- 1896-05-01
- Page
- Seite 350 (sequence 14)
- Language
- German
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350 Beiträge zur Erilärung des Buches Hiob. 19, 25. אחרון hat hier, dem גואלי entsprechend, wohl die Bedeutung eines viudex, dem nhbr, Sprachgebrauch entlehnt; denn sowohl in Mischn. (Pes. 9, 9, Dem. 3, 5, Kidd. 1,5) und Tos., wie im Talmud, finden sich die Subsi. ״ אחריותBürgscliaft“ resp. ״ אחראיןBürgen“, zu denen auch unser אחרון gehört. — Der Satz bezieht sich demnach nicht auf Gott. 19, 26 ff. Wir müssen den von Hiob als seine Ueberzeugung ausgesprochenen Satz festhalten, es gäbe keine Auferstehung,. und dürfen hier nicht annehmen, dass sich Hiob plötzlich durch seine Schmerzen 211111 Widerruf gezwungen sähe; es spräche nichts dafür, als die 3 Worte: ומבשרי אחזה אלוה. Sehen ־wir vollends von der 1. Erklärung im Mg. ab, wonach אל1ה nicht auf Gott, sondern auf einen Richter (sonst אלהים) sich bezöge, der ihm (nach Y. 25) endlich Recht geben werde — und diese Erklärung wird schon dadurch unhaltbar, weil V. 21 אלוה nur von Gott gebraucht sein kann! —‘ Die einzige Freiheit, welche ich nun für meine Uebersetzung der folgenden Verse in Anspruch nehme, ist die, זאת auf עור zu beziehen. Das erscheint gar nicht bedenklich, da 1) זאת nachsteht und gewissermassen für ein Neutr. steht, das ja im Hiob wiederholt durch ein Pron. fern. gen. ausgedrückt wird und 2) בשר (urspr. ״Haut“), das unmittelbar darauf folgt, gen. cornm. ist. — Der rasende Schmerz, der Hiob seine Freunde um Schonung mit Worten hat bitten lassen, wühlt noch in ihm. Er möchte ihn seinen Freunden fühlbar machen, damit sie ihm wenigstens durch das Unterlassen weiterer Vorwürfe und das Beibringen richtiger Trostes- und Beileidsworte seine Pein ertragen hälfen; doch er vermag es nicht, er kann ihn nur allein empfinden, und Keiner vermag ihn ״nachzuempfinden.“ — Daher dürfte die sinngemässe Uebersetzung etwa folgendermassen lauten: ״Und nach meiner Haut, die ״man“ abgeschlagen hat (vgl. V. 25), (schaue) fühle ich an meinem Körper Gott[es Hand] (V. 21b). Weil ich aber nur für mich fühle und nur meine Augen, nicht die eines Anderen, es wahrnehmen, (darob) vergehen meine Nieren (Gedanken?) in meinem Innern!44 Wenn Ihr nun sprechet: »Wozu sollen wir ihm nachspüren (vgl. V. 22)?«, findet sich der Sache Ursprung in mir.?41 Kan, dann, fürchtet für Euch die Fieberhitze (חרב nicht ״Schwert44), denn eine Gluth führen die durch Hitze zu sühnenden Sünden herbei (Hiob fühlt sie ja!) — und Ihr sollt wissen, dass es ein Recht giebt (dass ich Recht habe״)“ Szold p. 208 fasst דלן als (seltenes) Part. II Qal hbr. בדון auf (״und bedenket, dass man gerichtet wird4‘).