Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1896)
- Article
- Beiträge zur Erklärung des Buches Hiob
- Date
- 1896-05-01
- Page
- Seite 344 (sequence 8)
- Language
- German
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344 Beiträge zur Erklärung des Buches Hiob. 14, 4. Ich kann es nicht recht begreifen, wie man (vgl. Dill in.) hier Hiob die Anerkennung der allgemeinen Sündhaftigkeit zuschreiben konnte, sodass er mit Eliphas (4, 17 bis 21) übereinstiminen würde; auch an die neutestam. Vorstellung der Vererbung der Sündhaftigkeit (״was vom Fleische geboren, wird Fleisch“: Delitzsch) ist nicht zu denken, ebensowenig, wie man die Stelle (mit Hitzig) übersetzen könnte: ״Dass doch ein Keiner wäre unter den Unreinen!“, da man alsdann wohl besser den Plur. מטמאים erwarten würde. Man denke vielmehr daran, dass Hiob sich fortgesetzt über die üngerechtjgkeit des Schicksals beklagt und behauptet, von Sünden rein zu sein. Da er aber mit der selbstbewussten Vertheidigung seiner Gerechtsame nicht zum Ziele gekommen ist, appellirt er, unter Hinweis auf des Menschen Hinfälligkeit und auf die durch die göttliche Fügung bestimmte Lebensweise, an Gottes Gnade uncl Mitleid. — Man beachte ferner, dass die Zusammenziehung des מתטמא in מטמא (vgl. auch מנאץ Jes. 52, 5; מדבר Rum. 7, 89) besondere Eigenthümlichkeit der neuhebr. Sprache ist und im Midrasch sehr häufig vorkommt; doch ist ja speciei! die Contraction beim Verb טמא auch im bibl. Hebr. häufig genug. Da nun die ״Partikel“ ffT מי auch absolut gebraucht und selbst mit dem Verb. fin. verbunden wird, werden wir hier berechtigt sein, ihre Verbindung mit einem Part, zu behaupten. Man timt nun vielleicht gut, um den Gedanken schärfer auszuprägen, מי יחן zugleich fragend zu nehmen, was ja in der Form durchaus begründet ist, TJebrigens laufen ja auch die anderen UeberSetzungen mehr oder weniger auf diese Auffassung hinaus. Die Stelle wäre darnach zu übersetzen: ״Wie könnte ein Reiner unrein werden? sich selbst für unrein erklären?“ (Das Part, kann das in Verbindung mit מי יתן wohl ausdrücken.) — Keiner! Warum also führst Du mich erst vor Gericht? (V. 3) Auch hast Du ja, 0 Gott, des Menschen Leben eng und bestimmt begrenzt, dass er gar nicht in der Lage ist, von dem einmal beschrittenen Wege der Tugend abzuweichen“. (Die Antwort: לא אחל passt, wenn man ל״י fragend nimmt, sehr gut.) — Ich möchte meinerseits noch eine andere Auffassung der Stelle den geehrten Fachgenossen vorlegen. Man wolle hierfür erwägen, dass Hiob sich wiederholt darüber beklagt hat, dass er nicht ״zu Rechte kommen“, sich rechtfertigen könne. Run wird bisweilen im Hebr. das Entfernen einer Unreinheit, Versündigung durch dasselbe Verb im Picel resp, Hithpa'el ausgedrückt, das im Qal die Versündigung selbst bezeichnet; so חטא (Qal ״sündigen“ im Fiel und HitlipaVi•