Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1896)
- Article
- Beiträge zur Erklärung des Buches Hiob
- Date
- 1896-05-01
- Page
- Seite 343 (sequence 7)
- Language
- German
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Beiträge zur Erklärung des Buches. Hiob. 343 wegen Deiner Sünde“. — Mit Rücksicht darauf, dass מן comparativisch gebraucht wird (auch im negativen Sinne), wäre מעונך vielleicht besser zu übersetzen: ״weniger, als Deine Sünde (es ihm gestatten würde)“. 12, 5. שאנן kommt auch als Abstr. vor (2. Kön. 19, 28; Jes. 37, 29)־, vgl. Böttcher § 891. 12, 11. 12. Es ist schwer, die Differenz zwischen Vv. 12 und 13 herauszufinden, und auch die Unterscheidung (Del.), dass die Weisheit, welche die Alten eigentlich besitzen müssten, Gott eo ipso und vollkommen eigen sei, ist eigentlich im Texte nicht gegeben. Man erwartet vielmehr einen möglichst drastischen Ausdruck, um die Ironie Hiob’s wiederzugeben, mit der er, da er Gott allein Weisheit und richtige Erkenntniss zuschreibt, die Einbildung der bejahrten Freunde zurückweist. — Ausserdem erweist sich לו nach יטעם als überflüssig. Hi, 34, 3 wird zwar טעם mit ל constrairt־, hier ist aber das Object (אכל) vorausgenommen, und לו, das als Dat. eth. überflüssig ist, wäre am besten zu streichen. Läse man aber לו und zöge es zum folgenden Satze, so erhielte man folgenden erträglichen Sinn der Stelle. Hiob stellt zunächst die Yoraussetzung auf: ״Fürwahr, das Ohr kann die Worte prüfen, wie der Gaumen die Speisen schmeckt!“ Ich verstehe den Sinn Eurer Worte wohl; ich vermisse jedoch Eure Klugheit, die Euch ais alten, erfahrenen Leuten eigentlich zukommt. ,,Wäre doch bei den Bejahrten Weisheit, und (verschaffte doch) langes Leben Einsicht!“ Nein! ״Nur bei Ihm ist Weisheit und Macht . . /“ 13, 9. Man nehme die zweite Hälfte des Yerses ebenso ais vorderen Causalsatz wie 14b zu 14a. 13,27. שרשי תלי sind wohl weniger ״meine Fusssohlen“, noch die Fiisse selbst, sondern ״Fussspuren“; vgl. Mg. (כשאני הולך ורואה לאחורי אראה רושם פסיעותיך חקוק בפשיעוחי ותשטרני על כל פסיעה ופסיעה). Ebenso Targ.סמיוני רגלי, Baschi und Ibn Esra. — Das nur im Hiob (hier und 33, 1) vorkommende פד erklärt Raschi durch griech. אשתו״ק ozoiyoc, ,,Pfahl“) und Gers, durch ציפוש (lat. cippus, frz. cippe Pallisade). Im Talmud ist es zu סדן weitergebildet (Pes. 28a). 14, 3. Ich nehme Hl neutr.; es bezieht sich auf die vorher geschilderte Vergänglichkeit des Menschen, die Gott davon abhalten sollte, ihn so bitter zu strafen. Dann nimmt man 3a wohl am besten als Frage- und 3b als Causalsatz: ״Hast Du auch darauf Dein Auge gerichtet, dass (indem) Du mich vor Dich zu Gericht bringst?“