Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 7 (April 1896)
- Article
- Über einige Theologen des Franziskanerordens und ihre Beziehungen zum Judenthum
- Date
- 1896-04-01
- Page
- Seite 320 (sequence 7)
- Language
- German
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320 liebe!־ einige Theologen des Franziskanerordens. n achtteiligsten Einfluss ausgeübt. Hieronymus hat zwar Vorztigiiche Sprachkenntiiisse besessen; jedoch von seinen Zeitgenossen verdächtigt und als Fälscher betrachtet, hat er es nicht gewagt, überall nach dem Grundtext zu übersetzen, und sich an andere Ueber setz an gen angeschlossen, wodurch viel Falsches stehen geblieben ist, was er sehr wohl hätte berichtigen können. Der Text der Vulgata selbst ist aber von den Späteren wieder so sehr verunstaltet worden, dass der verbreitete Text, das Pariser Exemplar, als grösstentheils komimpirt zu betrachten ist1). An Gelegenheit, das Hebräische zu erlernen, fehle es ja nicht, da es doch überall Juden gebe2). Bacon selbst glaubt, eine Methode gefunden zu haben, eine Sprache in drei Tagen soweit zu erlernen, um einen Schriftsteller im Original lesen zu können3). Das erscheint nun freilich als eine etwas abenteuerliche Behauptung, dergleichen aber im Munde solche]* erfindungsreicher Universalgenies nicht gar so selten au zutreffen ist. An seinen Gönner, den Papst Clemens TV., mit dem er noch von der Zeit her, da Clemens päpstlicher Legat in England war, in Verbindung stand, und für den er seine drei hedeutendsten "Werke: das Opus majus, das Opus minus und das Opus tertium ausgearbeitet hat, richtet er die dringende Aufforderung, die ihm von Gott verliehene Macht der Ausführung des grossen Werkes dienstbar zu machen und einen berichtigten Bibeltext hersfellen zu lassen. In den Büchern des alten Testaments ist, wie wir später sehen werden, nach Bacon die Urweisheit aller Völker enthalten. Darum empfiehlt er, dass man, um den moralischen Sinn zu wecken und zu kräftigen, schon beim Jugendunterricht viel mehr Gewicht auf das Lesen der Bibel lege und dabei besonders die einfacheren, auf die Sittenlehre bezüglichen Schriften berücksichtige, wie dies von den Juden geschehe, bei denen, der Unterricht mit dem Gottesgesetz, d. i. dem Pentateuch, begonnen werde4). Als ein wahrhaft aufgeklärter und erleuchteter Mann, der 1) Opus tert., cap. 25. 2) Compend. stud. philosopli. pag. 434: Doctores autem non desunt, quia ubique sunt Hebraei et eorum lingua est eadem in substantia cum Arabica et Chaldaea, licet in modo differant. Suntque homines Parisiis et in Francia et ulterius in omnibus regionibus, qui de his sciunt, quantum nescesse fuerit in iac parte. 3) Op. tert., cap. 20, pag. 65. 4) Op. tert., cap. 15, pag. 54’: Nam primo est liomo instmendus in iis, quae pertinent ad salutem animae, ut semper assuescat proficere in melius. Et propter 110c Jndaei in juventuto primo addiscunt legem Dei etc.