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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-04-01 · Heft 7 (April 1896) · p. Seite 318

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 7 (April 1896)
Article
Über einige Theologen des Franziskanerordens und ihre Beziehungen zum Judenthum
Date
1896-04-01
Page
Seite 318 (sequence 5)
Language
German
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3L8 lieber einig© Theologen des Framdskanerordems. Der Prai 1 ziskanerordenי an konsequenten Denkern dem Dominikanerorden nachstehend, zeichnet sich vor diesem aus durch die Vielseitigkeit der Geistesriclitungen, die in ihm vortreten sind. Eine der originellsten Erscheinungen aber, nicht nur in der christlichen Scholastik des dreizehnten Jahrhunderts, sondern im christlichen Mittelalter überhaupt ist der gleich■׳ falls dem Franziskanerorden angehörende Engländer Roger Bacon (1214—1292), dem von seinen Zeitgenossen der Ehrenname Doctor mirabilis bei ge legt wurde. Ein selbstständiger, über alle Schranken hinausstrebender Geist, mit bewu.ndernswerfhem Scharfblick die dem Betriebe der Wissenschaften und dem gesammten Kulturleben seiner Zeit anhaftenden Mängel durch־ schauend, ein Mann voll kühner Ideen, zu denen er sich mit unerschrockenem Freimut!! bekannte, hatte Roger Bacon nichts Geringeres im Auge, als eine völlige Umgestaltung der religiösen wie der wissenschaftlichen, der socialen wie der Staat■־ liehen Verhältnisse, eine Reform der Welt durch eine Er־ neuerung der Wissenschaften herbeizufuhren1). Mit Schonungsloser Strenge geisselt der Reformator im Mönclisgewande die Verkehrtheit der sei!elastischen Lehrmethode, wie sie besonders in den Schulen der beiden Bettelorden üblich war. Auch vor den Trägern der gefeiertsten. Kamen macht er in seiner Kritik nicht Halt. Mit wenig Ehrerbietung spricht er von der Summa des Alexander von Haies, des berühmten Schulhauptes seines eigenen Ordens, der vielleicht auch noch sein Lehrer war2), and mit einer fast an Verachtung streifenden Geringschätzung von dem Verfasser einer zweiten Summa, unter dem aller Wahrscheinlichkeit nach kein Anderer als Abertas Magnus gemeint ist3). Weder die Leiden der Verbannung, die zur Zeit, als Bonaventura die Würde des Ordensgenerals bekleidete, über ihn verhängt wurde4), noch die in eine spätere Periode seines IV N. 5, pag. 520: Sei Judaei insultant nobis et dicunt: vos tenetis decalogum, et decalogus non habuit nisi praeoepta moralia-, morale autem necessitatem habuit pro omni tempore. Septima autem dies, in qua non licet operare, est• dies Sabbati, ejuae dicitur dies Saturni, et vos vaeatis die dominica pro die Sabbati. Item dicitui: Omne opus non f'aeies in eo, et yos facitis multa opera et ita totnm dissipatis.!) Vgl. Reuter, Geschichte der religiösen Aufklärung im Mittelalter, Berlin 1877, II, S. 80. 2) Emile Charles* Roger Bacon, sa vie, ses ouvrages, ses doctrines, Paris 1861, pag. 13. 3) Fr. Rogeri Bacon opera quaedam hactenus inedita. Vol. I edited by Brewer London 1859. Opus minus, pag. 325 fg.; Opus tortium, pag. 80 fg. /L) Cii^i’les, pag. 24,

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