Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 7 (April 1896)
- Article
- Über einige Theologen des Franziskanerordens und ihre Beziehungen zum Judenthum
- Date
- 1896-04-01
- Page
- Seite 317 (sequence 4)
- Language
- German
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Heber einige Theologen des Eranziskanerordens. 317 hat!). Auf dieselbe Quelle geht wohl auch die Bemerkung über die Besclmeidung zurück, dass sie nickt früher als am achten Tage nach der Geburt stattfinden sollte, damit den! Kinde kein Schaden zu gefügt würde, und nicht später als am achten Tage, weil auch dadurch eine Gefahr für das Kind entstehen oder aus Furcht Y0r einer solchen die Beschneidung ganz unterlassen werden könnte* 2). Weitere Entlehnungen aus der jüdischen Litteratur sind mir nicht aufgestossen. Auch darüber, wie Bonaventura über das Judenthum selbst gedacht hat, bieten uns seine Schriften keinen genügenden Aufschiass dar. Bas Urtheil über die Schrifterklärung der Juden, dass sie, am Aeusseren haftend, nicht in den tieferen Sinn eingedrungen sei3), wird uns bei einem Manne nicht Wunder nehmen, der der mystischen Auslegung der Schrift den höchsten Werth beilegt. Hier und da finden sich Aeusserungen bei Bonaventura, die darauf scliliessen lassen, dass er mit Juden, in persönliehe Verbindung getreten sei. So erwähnt er unter Anderem gewisse Einwände, die von Juden gegen die Lehre und gegen den Cultus der christlichen Kirche erhoben worden seien4). J) Ibid. Lib. II dist. I. artic. 1 quaest. 2״ Die Beweise gründen sich auf die Unmöglichkeit eines regressus in infinitum und auf die Unmöglichkeit einer unendlichen Zahl fortlebender Seelen. Ygl. More I, cap. 74. 2) Ibid. Lib. IV dist. I artic. B. quaest. 2. Et ratio hu jus fuit, quia sacramentum ilLud fuit poenale, ideo oportuit observare tempus, quia si ante octavum diem circumcideretur, propter teneritudinem. posset perire, si ultra differretur, esse periculum propter mortem et libenter differrent propter dolorem; ideo yoluit eis dominus profigere terminum. Vgl. More III, cap. 49. 3) Collationes in Hexaemeron XIX, Ko. 9. (Band V. der neueren Gesammtausgabe Ad claras aquas 1891) pag. 421: Primum igitur est, quod homo habeat scripturam non sicut Judaeus, qui solum vult corticem. Unde quidam Judaeus semel legebat illud capitulum Jsaiae (53, 1): Domine, quis credidit auditui nostro, et legebat ad litteram et non potuit habere concordantiam nec sensum, et ideo projecit librum ad terram increpans, ut Deus confunderet Jsaiam, quia, ut sibi videbatur, non poterat stare, quod dicebat. Auffällig genug ist es übrigens selbst für einen mittelalterlichen Theologen, da:ss er sein Urtheil über die jüdische Schriftauslegung auf ein solches Histörchen gründet. — Eine merkwürdige Notiz über das Buch Hiob findet sich Collat. XIV, Ko. 10 pag. 396: linde dixit, quod aliquando libri lob tanta auctoritas fuit apud Judaeos, ut poneretur in area, ubi erant virga et tabulae. 4) In den Collationes de decem praeceptis III N. 8 und 9, V. pag*. 516, ist davon die Bede, dass die Juden den Christen den Vorwurf machten, nicht einen Gott, sondern drei Götter za verehren, dass die Kirchen voll von Bildern seien, dass־ heim Abendmahl etwas Körperliches an gebetet werde. Ibid. III No. 11, pag. 517: Dixit quidam Judaeus: Vos dicitis, quod Deus habet filium, quere non datis ei uxorem? Ibid. coli.