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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-04-01 · Heft 7 (April 1896) · p. Seite 316

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 7 (April 1896)
Article
Über einige Theologen des Franziskanerordens und ihre Beziehungen zum Judenthum
Date
1896-04-01
Page
Seite 316 (sequence 3)
Language
German
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316 trüber oiuigo Tlicologou do.s I(,rau71iskaa«r0rdü1uj. Johannes Duns Scotus1), bei der Darstellung dieser Lehre auf die Ausführungen des Avicebron irgendwelche Rücksicht genommen. Ein zweiter, dein Franziskanerorden angehörender Vertreter der scholastischen Theologie im dreizehnten Jahrhundert ist der Italiener Bonaventura (1221 — 1274 11. Chr.), Doetor seraphicus genannt, der im Jahre 1482 vorn Papste Sixtus IV. unter die Heiligen versetzt wurde. Ein Schüler des Alexander von Haies, ist Bonaventura mit der neueren, dem Aristotelisnius huldigenden Lehrweise der Theologie zwar wohl vertraut; durch die Schriften des heiligen Bernhard und des Hugo und Richard von Sanct Yictor beeinflusst, neigt er sich jedoch mit besonderer Vorliebe mystischen Anschauungen zu, die bei ihm das Interesse für speculativ-theologische Untersuchungen mehr in den Hintergrund drängen. Vicht sowohl als Fortbildner der eigen tlieh scholastischen Theologie, denn als einer der hervorragendsteil Vertreter des christlichen Mysticismus hat Bonaventura seine Bedeutung für die Geschichte der mittelalterlichen Philosophie erlangt. Unter seinen zahlreichen Schriften ist es fast nur der Commentar zu den Sentenzen des Petras Lombardus, in dem die Lehrweise der aristotelischen Scholastik zur Anwendung gelangt. Hier treten uns auch, aber bei Weitem nicht mehr in dem Maasse wie bei Alexander von Haies, die Spuren einer Beeinflussung durch die jüdische Religionsphiiosophie entgegen. Von jüdischen Schriftstellern ausdrücklich erwähnt habe ich bei Bonaventura nur Isaak Israeli gefunden 2). Die Lehre von der Zusammensetzung aller Dinge, auch der geistigen Substanzen, aus Materie und Form wird auch von Bonaventura ohne Bezugnahme auf das Pons vitae des Avicebron zur Darstellung gebracht3). Unter den Beweisen, die gegen die Lehre des Aristoteles von der Ewigkeit der Welt iiPs Feld geführt werden, sind einige, die mit den gegen dieselbe Lehre gerichteten Beweisen der Mutakalimun überein stimmen, und deren Kenntniss Bona- Ventura vermuthlich aus dem ״Führer“ des Maimonides geschöpft l) Guttmann, Die Beziehungen des Johannes Duns Seotus zum Judenthum, Monatsschrift, Jahrg. 38, 8. 26 fgg. 2} 1111 lib. Sentent. Lib. I di st־. VII artic. 1. quaest. 1: Sed secundum Isaac natura est vis insita rebus similia ex similibus procreans. s) Ibid. Lib. II, dist. III, artic. I, quaest. 1; Lib. II, dist. XVII״ artic. 1, quaest. 2.

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