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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-04-01 · Heft 7 (April 1896) · p. Seite 315

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 7 (April 1896)
Article
Über einige Theologen des Franziskanerordens und ihre Beziehungen zum Judenthum
Date
1896-04-01
Page
Seite 315 (sequence 2)
Language
German
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Geber einige Theologen des Franzishauerordens. 315 dieses Jahrhunderts gegründeten Bettelorden, den Lehrern des Franziskaner- und des Dominikanerordens, seine hervorragendsten Vertreter gefunden. Den Reigen der Ordensgelehrten eröffnet ein Franziskaner, der von seinen Zeitgenossen als Doctor irrefragabilis et theologorum monarcha gefeierte Alexander von Haies, dessen Summa universae theologiae als ein. unübertroffenes Meisterwerk gepriesen wurde und vom Papste Innocenz IV. allen Lehrern der Theologie soll empfohlen worden sein. Ist auch der Ruhm dieses Mannes gar bald durch die beiden Leuchten des Dominikanerordens, durch Albertus Magnus und Thomas von Aquino, bei Weitem überstrahlt worden, so kann, ihm doch das Verdienst nicht abgesprochen werden, als der erste unter den christlichen Theologen, die durch die vorangegangenen Uebersetzungsarbeiten im ־weiteren Umfange erschlossenen Werke des Aristoteles für den Aufbau seines eigenen Systems verwendet und so die neuere Entwicklung eingeleitet zu haben, die sich während des dreizehnten Jahrhunderts in der christlichen Scholastik vollzieht. Alexander von Haies ist auch der Erste, bei dem sich eine Bekanntschaft mit der jüdischen Religionspliilosophie nachweisen lässt. Dass er den ״Führer“ des Maimonid.es gelesen und ihm manches nicht Unwesentliche entlehnt, hat, ist von mir an anderer Stelle gezeigt worden1). Das Gleiche darf man wohl auch von dem Eons vitae des Avicebron behaupten, obgleich diese Schrift von Alexander von ITales nur ein einziges Mal erwähnt wird2). Schon Alexander von Haies nämlich bekennt sich zu der Lehre, dass auch die geistigen Substanzen aus Materie und Form zusammengesetzt seien, und auf sein Beispiel walirschein־ lieh ist es zurück Zufuhren, dass diese Lehre gewissermassen zur Ordenslehre erhoben und von sämmtlichen Theologen des Eranziskanerordens angenommen wurde. Als der Urheber dieser Lehre wird aber im Mittelalter allgemein Avicebron, das .ist Salomon ihn Gabirol, angesehen, der als solcher auch von Albertus Magnus und Thomas von Aquino auf das Entschiedenste bekämpft wird3). Auffälliger Weise wird jedoch weder von Alexander von Haies, noch von den anderen Theologen des Eranziskanerordens, mit alleiniger Ausnahme des p Guttmann. Alexandre de Haies et le Judaisme in der ltevue des Etudes Juives, B. XIX, S. 224 fg. 2) Summa universae theologiae Lib. I. quaost. 86 membr. 1. 3) Guttmann, Die Philosophie des Salomon ibn Gabirol, Göttingen 1889, S. 57 fgg., ders. Das Verhä-ltniss des Thomas von Aquino zum Judenthum, Göttingen 1891, S, IG fgg.

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