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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-03-01 · Heft 6 (März 1896) · p. Seite 265

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 6 (März 1896)
Article
Isachar Bär, gen. Berend Cohen, der Gründer der Klause in Hamburg, und seine Kinder
Date
1896-03-01
Page
Seite 265 (sequence 4)
Language
German
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Isachar Bär gen. Berend Cohen. 265 den Tocl aus dem so ehrenvoll bekleideten Eabbinate von Hannover hinweggenommen wurde, glaubte die Gemeinde keinen Würdigeren in dieses Amt einsetzen zu können, als indem sie den gelehrten und begüterten Sohn Berend Cohen’s zum Nachfolger R. Isaac Selig’s berief. Als Simon von Geldern auf seiner Pilgerfahrt, die ihm in Europa die Mittel zum Aufenthalte im heiligen Lande sichern sollte, auch in Hannover einkehrte, ward er am 17. December 1755 bereits von dem neuen Rabbiner Abraham Meir Cohen mit einem warmen Empfehlungsschreiben für die Weiterwanderung ausgerüstet!). Aber kaum hatte er in dem reichen und schönen Wirkungskreise, in den er eben berufen worden war, sich zu befestigen angefangen, als der Tod Mittwoch, den 28. Juni 1758 ihn von hinnen rief‘* 2). In dem Sturm, der über das Haus Seligmann Cohen’s hereingebrochen war, sehen wir nur einen Gläubiger schütz- und wehrlos zu kurz kommen, die Stiftung seines Vaters, die Talmudklause von Hamburg. Es w?ar verabsäumt worden, die Häuser, die zu ihrer Erhaltung dienen sollten, in das sog. Stadt-Erbebuch als Eigenthum der Klause eintragen zu lassen; sie standen so gut wie die 5000 Thaler Courant, die ausserdem zinsbringend für sie angelegt waren, in der Verwaltung Seligmann Cohen’s, den selbst die Ahnung der Möglichkeit nicht beschlichen zu haben scheint, als könnten diese Stiftungsgüter, an denen das Herz und die Seligkeit seines frommen Vaters hingen, jemals ihrer heiligen Bestimmung entfremdet werden. War in dem ungeahnten Zusammenbruche des Hauses die arme Klause vergessen worden oder war selbst Absicht bei dieser Unterlassung im Spiele, wie eben gegen die Rechte sog. moralischer Personen am wenigsten Moral geübt wird, genug, in der Reihe der Gläubiger figurirte nur Einer nicht, die Klause. Die Häuser und Capitalien, die ihr gehörten, verschwanden in der Concursmasse; der einzige und eigentliche Bürge, die Seele ihrer Erhaltung, Seligmann Cohen, war hin weggestorben, bevor er rettend eingreifen konnte. So geschah es, dass bei dem unvorhergesehenen Ruin dieser Pirma nur Einer, der am ehesten davor hätte behütet werden müssen, nur Einer zu Grunde ging, der die begründetesten Ansprüche auf Erhaltung und Sicherung hatte, die Stiftung Berend Cohen’s. Jahrzehnte waren über der Abwickelung des 1) D. Kaufmann, Aus Heinrich Heine’s Ahnensaal 141. 2) S. Anhang Nr. IV.

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