Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-02-01 · Heft 5 (Februar 1896) · p. Seite 232

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 5 (Februar 1896)
Article
[Rezension]
Date
1896-02-01
Page
Seite 232 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829682-2829688-2879723--26998-2879773
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

232 Besprechung. Diese drei Männer in seiner Mitte, So wahr ich lebe, ist der Spruch des Herrn J., Weder Söhne noch Töchter werden sie retten, Sie allein werden gerettet werden, Das Land aber wird zur Wüstenei. III. Oder ich bringe Schwert wider jenes Land, Und spreche: Schwert, ziehe durch das Land, Und i<?h vertilge daraus Mensch und Vieh Und diese drei Männer in seiner Mitte. So wahr ich lebe, ist der Spruch des Herrn J. Nicht werden sie retten Söhne und Töchter, Sondern sie allein werden gerettet werden. IV. Oder Pest entsende ich in jenes Land, Und schütte aus meinen Grimm gegen dasselbe blutiglich, Zu vertilgen daraus Mensch und Vieh. Und Noah, Daniel und Hiob in seiner Mitte; So wahr ich lebe, ist der Spruch des Herrn J., Weder Sohn noch Tochter werden sie retten, Sie werden durch ihre Gerechtigkeit ihre Seele retten. Denn also spricht der Herr J.: Obgleich ich meine vier bösen Strafen. Schwert und Hunger und wilde Thiere und Pest, Geschickt habe nach Jerusalem, Zu vertilgen daraus Mensch und Vieh; Siehe, es bleibt darin ein Ueberrest, (die Gerechten) Die Fortgesehleppten sind Söhne und Töchter (dieser Gerechten) .... Bei der Betrachtung dieses Ezechierschen Stückes, das man nicht gerade poetisch schön oder schwungvoll nennen kann, drängte sich mir der Gedanke auf: hier liegt wohlbeabsichtigte und genau berechnete Gliederung und poetische Formation vor; vergleicht man die vier Strophen mit einander, denn dass es Strophen sind, leuchtet sofort Jedem ein, so ergiebt sich die Thatsache, dass jeder Absatz aus sieben Gedankenzeilen besteht. Die Wiederholungen derselben Gedanken und Worte an denselben oder ähnlichen Stellen, die Variationen derselben Phrasen u. s. w. springen in’s Auge. Trotz dieser fast schon überzeugenden Wahrnehmungen, wagte es M. nicht, die Thatsachen zu verallgemeinem. Aber gleich die Capp. XV, XVII, XIX, und XXI desselben Propheten zeigen dieselben Erscheinungen. Nun musste geforscht werden; es wurden nach einander — die Reihenfolge ergab sich durch eine psychologisch sicher merkwürdige Gedanken-Verkettung ״— Keil- Schriftdenkmäler, Koran und Bibel (Propheten) durchgeprüft und allenthalben dieselben oder ganz ähnliche Erscheinungen und Thatsachen blossgelegt, die insgesammt zu dem Resultate führten: Die wesentliehen Me rkmale der ursemiti sehen Poesie sind Strophenbau und Respon&ion*). Unter Strophe aber ist zu verstehen eine Gruppe von Zeilen oder Versen, die an und für sich oder im Verhält- *) Vom Referenten gesperrt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.