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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-02-01 · Heft 5 (Februar 1896) · p. Seite 231

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 5 (Februar 1896)
Article
[Rezension]
Date
1896-02-01
Page
Seite 231 (sequence 1)
Language
German
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231 Besprechung. Miülerj Dar. Heinr. Prof. Die Propheten in ihrer ursprünglichen Form. Die Grundgesetze der ursemitischen Poesie erschlossen und naehgewiesen in Bibel, Keilinschriften und Koran und in ihren Wirkungen erkannt in den Chören der griechischen Tragödie. I. und II. Band (I 256 II 70 u. 62 SS.) Wien, Alfred Holder, 1896, 8. ,,Wenn nun die verschiedenartigen Hypothesen, die sich mit einer gewissen Naturnotwendigkeit aus der Erkenntniss des Strophenbaues und der Responsion ergeben haben, in einander wie die Räder eines Uhrwerkes greifen, und den verwickelten Mechanismus der grossen semitischen Litteraturen, wie der griechischen Tragödie zu erklären geeignet sind, so darf ich wohl dieses Buch mit dem beruhigenden Bewusstsein aus den Händen legen, dass die darin aufgestellten Gesetze aus dem Wesen der Dinge fliessen und neue, durch Jahrtausende verborgen gebliebene Wahrheiten enthüllen.“ Diesem Schlussworte des ersten Bandes beizustimmen, vermag natürlich nur derjenige, welcher sich mit dem Inhalt des Werkes vollkommen vertraut gemacht und die Entdeckungen scharf geprüft hat, um sich von der unbedingten Stichhaltigkeit derselben zu überzeugen. Ich will, bevor eine unmassgebliche eigne Meinung geäussert wird, den Gedankengang des merkwürdigen Werkes wiederzugeben versuchen, indem ich die Endresultate an die Spitze stelle. Der Verfasser erkannte zuerst in Ezechiel, Cap. 14, 12—20 eine gewisse symmetrische Form. ,,Durch genaue Beobachtung der verwandten Verzweigungen konnte die (entdeckte) Eigenthümlichkeit als eine gesetzmässige Entwicklung erwiesen und immer mehr verallgemeinert werden.“ Die Verbreitung dieser Erscheinung wird durch drei grosse Litteraturen. (Keilinschriften, Koran, Bibel) bis in die ursemitische Zeit zurückverfolgt, ihre Wirkungen werden auch in den Chören der griechischen Tragödie erkannt. Nach Feststellung all dieser Thatsachen durch streng philologische Methode wird auch der Ursprung derselben aufgedeckt. Das betr. Stück aus Ezechiel lautet in deutscher Uebertragung (nach Müller): ,,Und es ward das Wort J’s an mich also: Menschenkind: Wenn ein Land gegen mich sündigt, Indem es Untreue begeht, So strecke ich meine Hand gegen dasselbe aus. (Einleitung.) L Zerbreche ich ihm den Brodstab, Und lasse Hunger gegen dasselbe los, Und vertilge daraus Mensch und Vieh, Und es sind diese drei Männer in seiner Mitte, Noah, Daniel und Hiob; Sie werden durch ihre Gerechtigkeit ihre Seele erretten, Ist der Spruch des Herrn J. II. Wenn ich wilde Thiere durch das Land streifen lasse, dass sie dasselbe entvölkern, Und es ist zur Wüstenei geworden ohne Wanderer der Thiere wegen;

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