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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-02-01 · Heft 5 (Februar 1896) · p. Seite 228

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 5 (Februar 1896)
Article
Isachar Bär, gen. Berend Cohen, der Gründer der Klause in Hamburg, und seine Kinder
Date
1896-02-01
Page
Seite 228 (sequence 9)
Language
German
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228 Isachar Bär gen. Berend Cohen. Zum Schlüsse bittet der Vater seine Kinder, für den Entgang־ an Vermögen, das er für ־woliithätige ■ Zwecke verstiftet, ihm nicht zu zürnen, da er diesen Theil seines Nachlasses als den besten Lohn seiner Mühen betrachte. Ausdrücklich verbietet er jeden Nachruf, jede Leichenrede zu seinen Ehren. Seinem schlichten Namen soll, wie das von dem Beglaubigten der Gemeinden Altona und Hamburg David b. Mose Reindorf und von Mose b. Abraham Goldzieher1 *) am 6. Elul unterschriebene Testament kein rühmendes Beiwort hinzugefügt werden. Schweren Herzens mögen die Kinder auch diesen Willen des Vaters geehrt haben, nur durch das sichere Bewusstsein getröstet, dass der Name Berend Cohens nicht von dem Zeugnisse seines Grabsteines abhänge. Am 2. Halbfeiertage des Pe sachtestes, am 28. März 1728 ward er in Altona zu Grabe gebracht. Seine Gattin Genendel war ihm. bereits in der Nacht zum 21. Decbr. 1720 1111 Tode vorangegangen. Sein Grabmal, das zwei Löwen und clie Hände der Cohanim, das Priestersymbol, schmücken, ist in der wortsparenden, alles Lob vermeidenden Kürze seiner Inschrift die treue Erfüllung des Wunsches, den er sterbend seinen Kindern an’s Herz gelegt hat־). Zuversichtlich und voll väterlichen Stolzes hatte Berend Cohen vor allen seinen Kindern auf seinem Erstgeborenen Juda Seligmann sein Auge ruhen lassen, aber beruhigt durfte er auch bei den IJebrigen verweilen, die alle treue Eortsetzer der Traditionen ihres Elternhauses zu werden verhiessen. Von den Töchtern waren beim Tode des Vaters Chawa an Elia, den Sohn Menachem Mendel Oppenheinks, und Fradche an isaac Wertheim verheirathet. Als hätte ein gütiges Geschick dem Greise es ersparen wollen, eines seiner Kinder zu überleben, war er vier Monate vor dem allzu vorzeitigen Heimgange seiner jüngsten Tochter binweggenommen worden. Als Fradche Wertheim nach kurzer Ehe3) in der Blüthe der 0 S. über ihn Glückei Hameln’s Memoiren p. 30 n. 0. Gottschalk Goldzieher, im Dienste der Gemeinde Hamburg stehend, wird in den Jahren 1724—29 in dem Copialbuche der in den Synagogen der drei Gemeinden verkündeten Ausrufungen, einer in meinem Besitze befindliehen Handschrift, öfter (§ 27, 65, 241) erwähnt. 2) s. Anhang II., 12. 3) Nach einer Verkündigung dieses Copialbuch.es S. 128 vom 13. Elul 1727, die ich im Anhänge Nr. III mittheile, wurde im Hanse Berend. Cohen’s im Sommer 1727 eine Hochzeit gefeiert, die wohl keine andere als die Fradche Wertheim’s gewesen sein dürfte. Das von Gottlieb Cohen aus diesem Anlass ohne Erlaubniss der Gemeindebehörden in Druck gelegte Hochzeitscarmen bildet den Gegenstand der Ausruf 1mg.

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