Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1896)
- Article
- Isachar Bär, gen. Berend Cohen, der Gründer der Klause in Hamburg, und seine Kinder
- Date
- 1896-02-01
- Page
- Seite 229 (sequence 10)
- Language
- German
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Notiz. 229 Jahre Donnerstag den 21. Juli 1728 in ihr frühes Grab sank 1)ו war die Klage in der Gemeinde, die eine stille Wohlthäterin und ein Muster frommer Weiblichkeit verloren hatte, eine allgemeine und öffentliche. (Fortsetzung folgt.) 1) S. ihre Grabschrift im Anhang Nr. II, 3. יום ף ist ohne Zweifel ein Irrthum. Der 16. Ab kann nie ein Freitag sein. Notiz. Im Decemberhefte dieser Monatsschrift S. 141 macht Herr A. ,Ep־ stein zu Btichler’s ״Die Priester und der Cultas“ S. 51, 59 die Aus- Stellung: ״Nicht die Haare des Sündenbockes, sondern die des Mannes, der ihn führte, wurden gezaust“. Es handelt sich um die Angabe in der M. Joma 6, 4 דבבש עשו לו מפני הבבליים שהיו מחלשים בשערו ואומרים לו טול וצא טול וצא• Ich muss gestehen, dass die Sicherheit, mit welcher Herr Epstein seine Bemerknng, ohne dieselbe mit einem Worte zu begründen, hinstellt, mich einigermassen stutzig gemacht hat. Ich habe nämlich in meiner Abhandlung ״Zur Erklärung des Barnabasbriefes“ (Religionsgeschichtliche Stadien, S. 111) die Stelle ebenfalls so ..verstanden, dass der Bock gezaust wurde. Dasselbe geschieht in der Mischna-Uebersetzung Wien 1817 und Berlin 1832 (Jost). Sollten wir Alle ans geirrt haben? Bevor Herr Epstein diesen Irrthum nicht mit überzeugenden Gründen nachweist, möchte ich doch meine Auffassung nicht aufgeben, und glaube sie rechtfertigen zu können. Voraussehicken will ich, dass Raschi’s Erklärung Joma 66a nur scheinbar für Herrn Epstein spricht. Rasehi sagt, dass die Treppe oder Brücke gemacht worden sei, כדי שלא יובלו הבבליים ליגע ב משול ח לפי שהיו רגילץ לתולשו ״ ,בשערו ואומרים לו טול מהר וצא ובו,damit die Babylonier den Sendboten nicht sollten erreichen können, denn sie pflegten ihn an den Haaren zu zupfen und sagten zu ihm: Nimm schnell und gehe, und lasse unsere Sünden nicht länger bei uns weilen“. Dass Rasehi von dem Sendboten spricht, ist natürlich, denn um zu dem Bock zu gelangen, musste man zuerst zu dem Boten gelangen, der ihn führte und für den ja zunächst die Brücke gemacht war, das Weitere aber in Raschi’s Erklärung ist eine wenig veränderte Wiedergabe des Textes der Mischna, und es bleibt in beiden fraglich, auf wen sich das ,,ihn“ oder vielmehr das suff.pron. poss. in מתלשים בשערו des Textes, sowie in לתולשו בשערו Rasehi’s bezieht, oh auf den Führer oder den Bock. Aber die Frage erledigt sich durch die Situation. Wenn Einer erzählt, dass ein Mann mit einem Bock auf der Strasse gegangen sei, und dass Gassenjungen ״ihn“ bei den Haaren gezaust hätten, so kann man Tausend gegen Eins wetten, das8 die Zuhörer dieses ״ihn“ auf den Bock beziehen werden, einfach deshalb, weil das zottige Fell des Bockes dem erwähnten Muthwillen einen grösseren Spielraum darbietet, als das Haupthaar seines Führers, und weil die Gassenjungen vorsichtig genug sind, sich lieber mit dem Bock als mit einem erwachsenen Menschen zu schaffen zu machen. Auf dieses naheliegende Yerständniss haben die Mischna und Rasehi sich verlassen, (denn es handelt sich hier auch um einen Gassenjungen־