Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1896)
- Article
- Isachar Bär, gen. Berend Cohen, der Gründer der Klause in Hamburg, und seine Kinder
- Date
- 1896-02-01
- Page
- Seite 223 (sequence 4)
- Language
- German
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Isaehar Bär gen. Berend Cohen. 223 dritten Ehe Berend Cohen’s, entsprossen seine Söhne Juspa, Meir, Nathan und seine Töchter Oliawa und Eradche. Aber die vermehrte Kinderschaar, die ־wachsenden Bedürfnisse des Hauses Hessen keine Verringerung in den Wohlthaten eintreten, die Berend Cohen mit fürstlicher Freigebigkeit an Arme und Bedürftige ausstreute. Bald sollte es vielmehr an diesen fluchtigen und vorübergehenden Beweisen, seiner Mildherzigkeit und seines TJeberflusses nicht genug sein ־ er sann auf ein dauerndes Zeichen seiner frommen Gesinnung. Es war die Zeit, da die Errichtung von Talmudklausen, von Stiftungen zu Unterrichtszwecken dem Ehrgeiz und dem Hochsinne jüdischer Keichen ideale Ziele setzte. Wie Zacharias Lewi vor der Vertreibung der Juden aus Wien sein Lehrhaus für ewige Zeiten aufzurichten unternommen hatte1), so spendeten die Begütertesten unter den deutschen Juden am Anfang des 17. Jahrhunderts an ihren Wohnsitzen oder in ihren Heimatsorten Lehrstätten für die Pflege des Gesetzesstudiums, in der sie die schönste Betätigung ihrer Gottesfurcht und ihrer Seele Seligkeit erblickten. Samson Werthheimer war eben daran, in Worms solch ein Lehrhaus zu stiften, das er wegen der Kriegswirren der Zeit nach Frankfurt am Main verlegte. David Oppenheim, der böhmische Landesrabbiner, ' schmückte Nikols bürg, den Schauplatz seiner einstigen Wirksamkeit, mit solch einer für ewig fundirten Heimstätte der Gotteslehre. Isachar Bürmann verherrlichte sein Halberstadt mit einer von Grand aus neu erbauten Talmudklause 2), in der drei Gelehrte ständig ihren Unterhalt finden und dafür Unterricht und Ei^ bauung für die Gemeinde und die herbeiströmenden Jünger aus der Fremde spenden sollten. Leinle Moses d. i. Beinganum beschenkte Mannheim mit dem bleibendsten Denkmale seines fürstlichen Beichthums dem Lehr- und Gotteshause, das seinen Namen erhalten hat3). Berend Conen war gleich jenen Männern Einer von denen, die ihr Tagewerk trotz aller Mühen des Berufslebens nicht al3geschlossen sahen, bevor er nicht in der Beschäftigung mit dem Talmud sich gestärkt und erhoben hatte. Zur Pflege und Förderung des Gesetzesstudiums über die Dauer seiner Tage hinaus beitragen zu können, seinen Namen an eine Quelle zu knüpfen, aus der unausgesetzt Unterr; S. Kaufmann, Die letzte Vertreibung der Juden aus Wien 67. 2) B. H. Auerbach, Geschichte der israelitischen Gemeinde Halberstadt 61 f. 3) S. Löwenstein, Geschichte der Juden in der Kurpfalz 170 ff, Kaufmann, Aus Heinrich Heine's Ahnensaal 68 f.