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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-02-01 · Heft 5 (Februar 1896) · p. Seite 203

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 5 (Februar 1896)
Article
Studien über Joseph Kimchi
Date
1896-02-01
Page
Seite 203 (sequence 3)
Language
German
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Studien über Joseph Kimchi. 10a Gegen eine solche Annahme spricht schon der ganze Charakter der Kimchi’sclien Schriften, die keineswegs eine hierdurch bedingte Abhängigkeit von IE aufweisen und nur in nicht gerade wesentlichen Punkten Entlehnungen aus dessen Werken aufweisen. Als IE im Jahre 1155—56 nach Frankreich, über siedelte, war er jedenfalls noch nicht herangetreten an die Erklärung des Pentateuch, in welchem, wie wir weiter unten zeigen werden, sich Benutzungen JK’s finden, ebenso wenig wie an die Commentare zu den 12 kleinen Propheten, den Psalmen und zu Daniel1). Allerdings wird sowohl von Grätz2) als auch von Friedländer3) behauptet, dass IE bereits in Italien den Pentateuchcommentar in erster Recension ganz oder wenigstens Tlieile davon verfasst habe. Gegen diese Annahme sprechen jedoch verschiedene Gründe, die zum Theil auch von anderen schon hervorgehoben sind. Zunächst ist zu bemerken, dass Grätz’ Angabe4), der Jesaja-Commentar sei 1154—55, nach dem Pentateuch-Commentar, verfasst, ihre Wieder]egnng findet durch die Mittheilung des Supercommentators Joseph ben Elieser5), dass dieser schon 1145 vollendet war. Eie Hypothese Friedländer’s dass Theile des Pentateuch-Commentars schon vor dem zu Ruth Vorlagen6), sowie die Behauptung Grätz’7), dass der Commentar zu Jesaja erst dem zum Pentateuch folgte, weil sich in beiden Verweisungen auf Erklärungen zu Stellen des Pentateuchs finden, werden hinfällig durch die von Halberstam gegebene Aufklärung8), dass IE nach Vollendung seines Pentateuch-Commentars, 1167 in Italien, seine früheren Schriften einer erneuten Durchsicht unterzogen und mit Hinweisen auf 1) Ygl. über Letztere Grätz 1. c., p. 445—47, Halberstam 1. c., p. 15, Friedläuder, Essays on the wiritings of Abr. Ibn Esra IY, London 1877, p. 166—173 und p. 189 fgg. 2) 1. c., p. 206. 3) 1. e., p. 195 bei der chronologischen Fixierung von IE’s in Italien verfassten Schriften. Vorsichtiger drückt sich Bacher aus in seinem Aufsatz: Abraham Ibn Esra dans le nord de France in REJ XYII p. 802 Anm. 3. indem er beide Annahmen zur Wahl stellt. D 1. c., p. 207. 5) Ygl. Halberstam 1. c., p. 12. 6) 1 c., p. 184—85. 7) 1. c., p. 445. Es handelt sich dort um die Erklärung des Wortes בורא Jes. 40, 28 (irrthümlich heisst es hei Grätz Cap. 41), wo IE auf seinen Gen.-Comm. verweist. Das Citat findet sich im längeren Comm. zur Gen. 1, 1, vgl. die Ausgabe von Friedl. im Anhang zu seinen Essays Bd. IV, p. 11. 8) 1. c., p. 12.

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