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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-01-01 · Heft 4 (Januar 1896) · p. Seite 191

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 4 (Januar 1896)
Article
[Rezension]
Date
1896-01-01
Page
Seite 191 (sequence 4)
Language
German
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Besprechungen. 191 und zuletzt noch in der von B. nicht erwähnten Fahneninschrift für die Schiffer von Neapel, die nach dem darauf gesetzten Preise ebenso lateinisch als italienisch sich lesen lässt, angewendet erscheint: In נבוare turbido, In subita procella Invoco te Maria, Lucida Stella, beruht auf einer Verwechslung oder dem Schwanken der alten Hand- Schriften zwischen stilla und stella (Vgl. Origines—Origenes, Virgil-־ Vergil). Natürlich hat, wie B. richtig entscheidet, Hieronymus מרים durch stilla maris ausgelegt. Diese durch die Häufigkeit des Bildes vom Tropfen im Meere (vgl. das spätere כטבה מן דדם) sich leicht aufdrängende Bedeutung des Namens Marjam hat durch diesen Lesefehler zu dem vieldeutigen und im Laufe der Zeit die verschiedensten Allegoresen herausfordernden Sterne des Meeres sich sublimirt. Die Deutungen des Namens Maria bei den lateinischen Kirchen- Schriftstellern und Dichtern des Mittelalters (76—120) umschreiben oder begründen nur in rednerischer Ausführung den Sinn der alten Auslegungen. Was aber bedeutet Mirjam in Wirklichkeit? Leider hat B. in seiner kritischen Uebersicht der in der neueren Zeit hervorgetretenen Erklärungen dieses Namens (120—155) der unglückseligsten von allen sich angeschlossen, die מוץם Y0n מרא ableitet und Gemästete, Dicke, Fette übersetzt. Zur Beschönigung dieser crassen Auslegung wird von B. ״wohlbeleibt d. i. schön“ eingesetzt. Trotz B.’s Behauptung (p. 150), dass diese Deutung der Erwartung einer würdevollen Bedeutung für den Namen Maria ,,in vollstem Masse gerecht wird“ — Sehe eben p. 151 N. 1 versichert sogar, dass sie ״vortrefflich“ passe — scheint mir diese Ableitung so wenig am Orte, dass von ihrer Bewunderung vollends Abstand genommen werden sollte. Die Berufung auf die Anschauung der Orientalen wiederholt nur ein altes Vorurtheil. Jesaja’s strafende Schilderung und der dichterische Schwung des hohen Liedes lassen ein anderes Frauenideal erkennen als das, welches Mästung mit Schönheit verwechselt. Man wird doch nicht am Ende gar ,ךבל!ד für Mast in Anspruch nehmen wollen. Die Bilder von der Gazelle und der Palme (vgl. auch S. Jakob, Studien in arabischen Dichtern 111,53) sind mit der angebliehen Gleichung von Wohlbeleibtheit und Schönheit sehr wenig zusammenzureimen. Da hätte noch die B. unbekannt gebliebene Deutung Josef Halevy's eher Berücksichtigung verdient, der Revue des etudes juives X, 6, 8 מרב und מרים zusammenstellt, jenes als chagrin du pere, dieses als chagrin de la rnere erklärend. In jedem Falle wird nach der grammatisehen Form des Wortes die Entscheidung in dieser Frage auf die Seite derjenigen fallen, die מרים mit der Tradition von מרר oder, was noch näher liegt, und מרה ableiten. Die Analogie von מרה, im Gegensatz zu נעמי (die Süsse), und מררי beweist, dass gewisse Umstände bei der Geburt des Kindes den auffälligen Namen in Umlauf gesetzt haben. Aber auch für die Ableitung von מרה sprechen Namen wie מריות מריה und trotz מריב בעל auch 1 מרי בעל. Chr. 9, 40. Denkt man daran, dass אבים und חירם als Nebenformen ,אבייך und ,הירד vertreten, so ist auch die Möglichkeit nicht ab zu weisen, dass neben מרים einst מריה vorhanden gewesen sei.

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