Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1896)
- Article
- Die Gemeindeverfassunf von Kremsier
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Gemeindeverfassung von Krenisier. 81נ verursachte, waren bestimmte Regulative erforderlich, nach denen die Beisteuer jedes Mitgliedes zur Gesannntumlage hemessen werden sollte. Vermuthlich waren hiefür zur Zeit der Constitnirung der Gemeinde die Rechtbestimnningen des Talmud B. Batra 8, 9; 11, 21. Schekalim 5, 2; 6, 1. Gittin 52 und Iore Dea cap. 242—259 massgebend, der das Zahlen der vorgeschriebenen Steuer als ein frommes Werk erklärt, der alle Lagen und Verhältnisse des öffentlichen und häuslichen Lehens umfasst, jedem Mitglied seinen Pflichtenkreis vorzeich.net und um das Lehen der mitunter ungefügigen, zum eigenmächtigen Handeln geneigten Juden wohlthuende Schranken zieht. Nach diesen Normalien wurde die Art und Weise der Steuervertheilung festgesetzt, die Erhaltung der religiösen Institutionen 1),!) Das Vereinswesen war schon vor alter Zeit hier vielseitig und stark ausgebildet. Unter den Institutionen zur Befriedigung humaner und religiöser Bedürfnisse gilt urkundlich als älteste die ״Talmud-Thora‘6. (Scliulverein für arme Kinder), die Mutter der deutsch. i3r. Normalschule, auf welche laut eines Sfcatth.-Erlassen d. d. 6. Mai 1857 der Babbiner keinen Einfluss nehmen darf. Die Talmud-Thora steht unter der Leitung des Eabbiners und wird vom Schulcomite und den Gabaim beaufsichtigt, Ihr Stammcapital beträgt 10 000 fl. Der Babbiner unterrichtet Mittelschüler 2 St. wöchentlich in Mischna und Liturgie. Die Zedaka besorgt den Bedarf des Tempels. Der Tempelfonds (19 000 fl.) wird vom Cultus- Vorsteher verwaltet. ״Bikur Cholim“ befasst sich mit Werken der Wohlthätigkeit gegen einheimische und durchreisende Arme und Kranke. Neu organisirt wurde er im Jahre 1834 durch den Armenvater Abraham Ebstein. Vermögen 12 000 fl. ״Chevra Kadischa“ Verein der frommen Bruderschaft deren Statuten vom Babbiner L. Pollak und Isak Werner verfasst wurden. Aehnliehe Zwecke wie diese, die Ausübung der letzten Liebesdienste von Kranken und Sterbenden verfolgen seit vielen Jahrhunderten die ״Naschim Zidkonios“, deren Präsidentin früher ״Gabois“ hiess גימל) (T. B. S. 5 גבאית דצדקד. נפטרה ר״ה תס״ה. Im Jahre 1877 wurde der Frauenverein gegründet, der seine segensreiche, weitverzweigte Thätigkeit zur Linderung der Noth auf Ausstattung armer Bräute und Pflege der Wöchnerinnen ausdehnt. Die aufgelösten Vereine ירושלים ,מלביש ערומים ,שעור חברה ,דוםד נעורים wurden unter dem Namen Zion, Chanuka-Vertheiluiag, Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte unserer Gemeinde und Studenten-Unter- Stützung von mir zeitgemäss erneut (Isak Werner Stiftung 600 fl., gesammelt 60 fl.) Das Vereinswesen, sollte durch folgende kaiserliche Verordnung geregelt werden: Sr. Majestät haben zur Einführung des Armeninstitutes bei der hierlandig Judenschaft vorgelegten Plan, durch ein höchstes Hofdekret von dato 25*e״ des vorigen und pro 8ien dieses zu Beäugenehmung auch dessen Ausführung anzuordnen, aller genädigst geruht. In diesen! Ende findet daher0 eine hohe Landesstelle nach Zeitgab der und am Itei und pro den 24L״. dieses Sub No. 19 856 erlassncn