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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-01-01 · Heft 4 (Januar 1896) · p. Seite 154

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 4 (Januar 1896)
Article
Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, sein Ursprung und Charakter und sein Verhältniss zu den anderen pentateuchischen Targumim
Date
1896-01-01
Page
Seite 154 (sequence 10)
Language
German
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154 Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch. Zu Ex. 30, 19, wo kein Frgm.-Targ. vorliegt, enthält Jonathan den halachiscken Zusatz ויסמן מניה מטילה דכיא• Hier sind also zwei ganz speeielle Halacka’s berücksichtigt, deren Quelle allein der Talmud ist, die eine, — die 11m so bemerkenswerther ist, als sie von letzterem (Sebachim 21a) überhaupt noch als offene Trage behandelt wird, — wonach die Priester nur mittels eines Gefässes sich waschen dürfen, die andere, wonach es kein profanes Gefäss sein dürfe (ib. 22a). Diese Stelle h at aber Jonathan wörtlich aus dem Jeruschalmi entnommen, aus dem sie bei Aruch (Art. נטל) angeführt wird. Aus derselben Quelle stammt zweifellos auch die genaue Altersangabe für die einzelnen Thiere Num. 7, 15, da sie eben sowohl bei Frgm.-Targ. wie bei Jonathan sich findet. Diese Angabe entspricht genau der Halacha in Para 1, 2 und 3. Ebenso ist auch auf das Jeruschalmi die beiden Targumim gemeinsame halacb. Deutung zu Deut 26, 14 ולא יהבינן מיניה תכריכין לטמי נפש zuriickzufühten, -welche der Auffassung E. Eliesers in Siphre Deb. § 303 entspricht. Man vergl. ferner die Berücksichtigung der Halacha im Pr gm.- Targ. zu Ex. 34,25 und 26*), zu Deut. 26, 12 sowie andere, Halacha enthaltende Stellen bei Frgm.-Targ,, die Gronemann (a. a. 0. S. 163) ohne allen Grund ihm abspricht. Es ist daher keineswegs zutreffend, wenn Gronemann-) behauptet, dass ״Jeruschalmi sich ganz fern vom Halachischenu halte, dass ״sämmtliche uns von ihm geretteten Stellen . . . keine auf seine eigene Eechnung zu setzende und mit Bewusstsein von ihm selbst erstrebte halachiscke Ausführungen“ enthalte. Wahr ist, dass allerdings Frgm.-Targ. erheblich weniger die Halacha berücksichtigt hat als Jonathan; daraus folgt aber nicht, dass sie auch im Jeruschalmi nur mangelhaft vertreten gewesen sei. Ist ja Jonathan auch an aggadischen Elementen reicher als Frgm.-Targ., wie sich selbst an solchen Stellen häufig zeigt, zu welchen beide Versionen vorliegen, so u. a. z. B. G. 22, 1 (vgl. dagegen ib, 15, 1), 1) Warum nach Gronemann (a. a. 0. S. 160) der bei Jonathan sich daran schliessende Nachsatz דלא יתקוף רוגזי u. s. w. nicht mehr dem Jeruschalmi angehören soll, ist nicht abzusehen, da doch derartige Zusätze auch an solchen Stellen sich vorfinden, die zweifellos dem Jeruschalmi entnommen sind; man vergl. z. B. die 5 letzten Gebote des Dekalog, der dem Jeruseh. entlehnt ist (vgl. oben S. 60 ff.), und in Bezug auf die Deutung von סמוכים beide Targg. zu Num. 22, 2. 2) ib. S. 163. f.

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