Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-12-01 · Heft 3 (Dezember 1895) · p. Seite 143

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 3 (Dezember 1895)
Article
[Rezension]
Date
1895-12-01
Page
Seite 143 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2829682-2829686-2879583--26888-2879642
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Bes!) rech ungen. 143 nicht als interessirter Priester betrachtet werden. Er kann die Vorschrift so unparteiisch aufgefasst haben, wie es der Fall bei Ibn Esra ist. Dasselbe gilt vom Jubiläenbache. Ueber die »Stellung dieses Buches zu den ״zeitgenössischen Schulen Palästina^“ verspricht B. eine ausführliche Arbeit zu liefern, und ich will ihm nicht vorgreifen. "Was er aber bis jetzt für die Stellung des Jubiläenbuches zum Pries terthum aus diesem Buche angeführt hat, ist nicht überzeugend. S. 155 In Jonathan zu Numeri 31, 13• 32, 2 und 34, 48 sind keineswegs Priester, sondern Fürsten der Gemeinde oder der Stämme gemeint, s. S. 103. S. 162. Jericho. Die exceptionelle Stellung Jericlio's lässt sich nicht durch den Umstand erklären, dass dort viele Priester gewohnt haben. Priester haben auch andere Ortschaften bewohnt, und doch waren den Berichten zufolge die Verhältnisse in Jericho ganz anderer Natur. Gewisse Indicien machen es wahrscheinlich, dass die fruchtbaren Grundstücke der Priester JerichoTs nicht ihr Eigenthum, wie in anderen Orten, waren. Vielmehr waren sie Tempel giiter, welche den Priestern gegen gewisse Verpflichtungen zur Benutzung überlassen wurden. Der Sifre erzählt, dass hei der Vertheilung Palästina^ die Stadt Jericho keinem der Stämme zugetheilt wurde; sie wurde den Nachkommen Ithro’s mit der Bedingung überlassen, dass sie die fruchtbaren Ländereien (דושנה של יריחו) jenem Stamme übergeben sollen, in dessen Mitte das Heiligthum errichtet sein wird1)• Jericho war also ein Gott geweihtes Gut, eine Erscheinung, welche an den islamitischen Mukü erinnert. Das Gut, welches dem Tempel angehörte, wurde seiner Zeit unter die Priester vertheilt2) Auf Grund einer alten Boraita darf man annehmen, dass in Jericho Priester aller 24 Mischmarot gewohnt haben, und dass sie verpflichtet waren, sobald ihr Mischmar aus Palästina nach Jerusalem in den Dienst ging, sich ebenfalls dorthin zu begeben, und ihren Kameraden in der Anschaffung von Proviant behilflich zu sein. Die Boraita lautet: תנו רבנן עשרים וארבע משמרות בארץ ישראל (ושתים עשרה) [וחצים]3) ביריחו. 1) sifre zu Deut. 12, 5 (§ 62) : כתוב אחר אומר באחד שבפזיך וכתוב אחד אומד (Deut. 12, 14) מכל שבטיכם כיצד יתקיימו.שגי כתובים הללו? יודעים היו שבית המקדש עתיד ליבנות בחלקו של יהודה ובנימי!/ לפיכך הפרישו דושנה של ידיח; מיריחו. מי אכלו כל אותם השנים בני קיני.. . אבל משנבצד, הבית נפעו יהלכו להם• Hier wird Jericho als Gemeingut aller Stämme (מכל שבטיכם) dem Tempel zugetheilt. sifre Num. 10, 32 כשהיו ישייאל מחלקים את הארץ הגיחו דושנה של יריחו חמש מאות כל מי שיבנה בית הבחירה ,בחלקו/ יטול a./אמה על חמש מאות אמה;. א״ל (אמרו דושנה של יריחו. נתנוהו ליונדב בן רכב .. וביון,ששרתה שכיכה בחלקו של בנימין באו בני בנימן ליטול חלקם. באד ופינו אותם מפניהם .... Hier tritt die Zugehörigkeit Jericho’s zum Tempel noch deutlicher zum Vorschein. Schon R. Hillel (citirt von D. Pardo) bemerkt in seinem Commentare zum Sifre, die fruchtbaren Gefilde Jericho’s waren zur Verproviantirung der משמירת nothwendig, s. weiter. 2) Die Priester besassen viele Grundstücke, welche sich mit der Zeit vermehrten. Weihte Jemand sein ererbtes Grundstück dem Tempelschatze und löste es bis zum Jobeljahre nicht aus, so verfiel es den Priestern (nach einer Meinung gegen Lösegeld). Auch wurden solche Grundstücke direct den Priestern geweiht. Die Gründe verfielen jenem Mischmar, welcher am Jobeijahre, resp. zur Zeit der Weihung am Dienste war (Sifre MumerL 5, 8 und Arachin 25 b; 28 b). Wie solche Gründe unter die Mitglieder des betreffenden Mischmar vertheilt wurden, ist nicht gesagt. Agrarische Streitigkeiten unter den Priestern wurden wahrscheinlich vom בית דין של לחנים geschlichtet. ושתים עשרה ביריחו (צ ist entschieden falsch. Wären in Jericho 12 (ganze) Misclimarot, und eben so viele im übrigen Palästina ,wohnhaft gewesen, so könnte doch nicht die andere Hälfte desselben Mischmar aus Palästina nach Jerusalem ziehen. Ich vennuthe, dass ursprünglich וחצים gestanden habe, d. i. die Hälfte der 24 Mischmarot, also 24 Hälften. Da

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.