Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1895)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1895-12-01
- Page
- Seite 133 (sequence 4)
- Language
- German
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Miscelle. 138 53) darin die aristotelische Trilogie שכל משכיל מושכל; Samuel Zarzah, den man auf dem Scheiterhaufen enden lässt, vielleicht bloss um den ,Witz מדוע לא יבער הסנה anzubringen, drückt sich vorsichtig ans (L c. oben S. 162 Z. 4) לרמזו לסול עמוק ohne das Geheimnis za verrat heu; S. Sachs deutet es auf die 3 Welten, ohne sich auf Jakob Anatoli zu berufen. Auch die kühne Parodie eines taLmudischen Tractats zur Belustigung am Purim bemächtigt sich des Mysteriums. Man liest in מסכת פורים (ms. Uffenbach, Catah p. 126)אמר רבי בוז ... כל ה׳ הכתוב בספר תה הוא חול ולהכי נהוג(למכתבינהח בתלתא דודין וכן הלכתא Kein Wunder, wenn christliche Gelehrte in dem dreibuchstabigen Gottesnamen die überall gesuchte, in der That nirgends besser begründete Trinität fanden. J. Chr. Wolf, der Yerf. der Bibi. Hehr., richtete eine Anfrage über Gebrauch und Bedeutung an Moses Chagis (s. oben S. 131 Anm.). Seine literarischen Nachweisungen (Bibi. Hehr. I, p. 199, LI, p. 315, IV, 844, N. 821 unter Jos, Portius) knüpfen sich an ein, zufällig mit 3 Jod schreibendes ms. des Buches פליאה; er meint: ,,ex hac scriptione non praeter rem quidam argumentum S. S. Trinitatis a veteribus (!) Judaeis creditae repetunt.“ Seine Citate interessiren uns nicht weiter; die von Michaelis behandelten mss. in Erfurt gehören jetzt der k. Bibliothek. Grätz VIII, 464 spricht (ohne Wolf zu citiren) von christlichen Gelehrten, welche im Buche פליאה die Bestätigung christlicher Dogmen finden wollen, und beruft sich für das höhere Alter auf David Ihn abi Simra (s. oben)! In der That ist das Buch פליאה mindestens ein Jahrhundert älter als das Gutachten David’s. Zufällig sehe ich, dass Nestle (Nigri, Böhm und Pellican, Tübingen 1893, S. 13, auch als Anhang zu Nestle’s Marginalien und Materialien) die ’ Stelle über die Trinität in den 3 Jod mit einem ״Halbzirkel“, wofür angeblich die deutschen Juden 4 Jod setzen, aus Nigri’s Buch mittheilt, ohne anzugeben, dass sie schon bei Wolf II, p. 315 ausgeschrieben sei. Er knüpft auch keine weitere Belehrung daran, wohl aber folgende Bemerkung (S. 14): ,,wer von unseren heutigen Theologen weiss über diesen Unterschied der spanischen und deutschen Bibelhandschriften genaueren Bescheid als P. Nigri vor 400 Jahren?“ — Was liegt auch daran, selbst wenn die Be־ hauptung durchgreifend wäre? Der Corrector der Bömberg’sehen Bibel 1517, welche von Wolf I, p. 199 angeführt wird, der Begründer der neuen Masoretik, ging zum Christenthum über; aber die 3 Jod haben schwerlich dazu beigetragen.