Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1895)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1895-12-01
- Page
- Seite 134 (sequence 5)
- Language
- German
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134 Notiz. — Besprechungen. Das Resultat dieser Nachweisungen scheint folgendes: Der Gebrauch der 3 Jod scheint europäischen Ursprungs zu sein und dürfte in’s XI.—XII. Jahrhundert fallen; alle Deutungen sind werthlos. Notiz. Moses aus Kiew• Ich habe in dieser Monatsschrift (XXXIX, 511) die Spuren eines Moses aas Kiew aufgedeckfc, der im 12. Jahrhundert von Kiew nach dem Westen Europa’s auswanderte. Diesen Moses finde ich nachträglich noch im Sefer ha-Jaschar des Jacob Tarn erwähnt. Paragraph 522 schliesst in unserer Ed. mit den Worten: .מפי ר׳ משום מסיוב מפי רבעו ר״ת was, wie die Ed. überhaupt, verstümmelt ist. Mein handschiiftlicher Sefer ha-Jaschar S. 147 hat dafür: .מפי ר׳ משה מקי1ב מפי רבעו תם Moses aus Kiew kannte also Jacob Tarn persönlich, vielleicht war er auch dessen Schüler. Ahr. Epstein. Besprechungen. Bcnsset Wilhelm, Lic. theol., Der Antichrist J11 der Heberliefernng1 des Judentums, des neuen Testaments und der allen Kirche. Ein Beitrag zur Auslegung der Apokalypse. Göttingen, Vandenhoeck und Ruprecht. 1895. 8° 4 + 186 pp. Selbst wer der Grundidee dieses Buches, die in den Sagen und Vorstellungen vom Hinderer des Messias, den! Antichrist, einen mythologischen Kern, eine Umgestaltung und Vermenschlichung des alten Drachenmythus erkennt, seine Zustimmung verweigern zu müssen glaubt und der von Gunkel: Schöpfung und Chaos ausgehenden Methode gegenüber sich ablehnend verhält, wird der umsichtigen und tief eindringenden Arbeit Bousset’s ihren selbstständigen Wrerth nicht ab sprechen können. Denn nicht eine wilde mythologisirende Jagd, die das an sich schon Dunkle noch verfinstert und die Verwirrung zu einer babylonischen gestaltet, sondern besonnene, die Grenzen des Unerkannten und vorläufig Unerkennbaren klar absteckende Forschung tritt uns in diesem Buche entgegen. Auch Bousset glaubt weit hinter die Zeiten seiner Vorlagen zurüekgeben zu können, aber es ist lebendige, wenn auch geheime geschichtliche Tradition, die er beim Verhör seiner Zeugen kritisch feststellt. Die Selbstständigkeit der eschatologischen Anschauungen im ersten Jahrtausend des Christenthums gegenüber dem N. T. bringt Bousset anf die Annahme einer geheim fortgeleiteten, aus vorchristlichen Tagen stammenden Ueberliefer ung, auf die jüdischen Ursprünge der Sage vom Antichrist. Diese unzweifelhaft richtige Beobachtung beweist von Neuem, dass die Bearbeitung einer Eschatologie des Judenthums, ganz besonders der Lehre vom Messias und seiner Behinderung, eine unabweisbare Pflicht