Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1895)
- Article
- Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, sein Ursprung und Charakter und sein Verhältniss zu den anderen pentateuchischen Targumim
- Date
- 1895-12-01
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
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Das Fragruenten-Targiun zum Pentateuch. 103 Aus diesen ״Zusätzen44 ergiebt sich zunächst zur vollen Evidenz, dass auch unser Ergm.-Targum, wie bereits Epstein richtig erkannt hat, seinem Wesen und seiner Bestimmung nach nichts Anderes als ein ״Zusatz44־Targum ist Ebenso zweifellos aber geht daraus auch weiter hervor, — was diesem scharfblickenden Gelehrten merkwürdiger Weise entgangen ist, _dass es sich hier nur um Zusätze zu Onkelos, nicht aber zu irgend einem anderen Targum handeln könne. Bonn bis auf das alphabetische איול משה enthalten sämmtliche Stücke neben den Zusätzen aus Jeruschalmi zugleich auch immer die Uebersetzung des Onkelos, sodass man nur den Zusatz herauszuheben braucht, um den Text des Onkelos zu erhalten, wie hier an der Hand der einzelnen Stücke sogleich dargethan werden soll: 1. Das stück zu g. 4, 8 beginnt mit ואמר קץ להבל אדווהי, worauf dann das auch im Ergm.-Targ. und Jonathan enthaltene Zwiegespräch zwischen Kain und Hebel folgt, um endlich mit den Worten zu schlossen והוה במהויהון בהקלא וקם קין על הבל 1אחוהי וקטליה); Anfang und Ende ergeben somit die vollständige Uebersetzung des Yerses nach Onkelos. 2. Das Zusatz-Targum zu 38, 25 beginnt mit תמר היא מתפקא, worauf dann die Erzählung von den verlorenen und wiedergefundenen Pfändern (vgl, Ergm.-Targ. und Jonathan) folgt, und schiiesst mit ואמרת אשחמודע כען דמן עוקתא ושושיפא וחוסרא האילן. Bis auf das erste Wort תמר, welches dem Jeruschalmi offenbar angehört (vgl. Ergm.-Targ. und Jonathan), ist Anfang und Ende aus Onkelos, während die Textworte והיא שלחה bis הרה hier überhaupt übergangen sind, was theilweise ja auch hei Ergm.-Targ. und Jonathan der Fall ist. Das hinzugefügte Wörtchen היא nach תמר ist besonders bezeichnend für das Bestreben, sich an Onkelos soweit als möglich anzuschliessen. Die letzten Worte des Textes von החותמת an sind auch im Ergm.-Targ. nach Onkelos wiedergegeben, während Jonathan hier die Uebersetzung des Jerusch, beibehalten bat. 3. Zu dem darauf folgenden Yerse beginnt der Zusatz mit den Worten: ואישתמודע יהודה ואמר וכאה מני היא מעדיה, worauf dann die auch bei den beiden paläst. Targumim enthaltene Anerkennung von Gottes gerechter Wieder Vergeltung folgt, und!) Die letzten Worte von וקם קין ab finden sich ebenso auch bei Jonathan, und mit sehr geringfügiger Aenderung auch bei Frgm .־Targum, während die vorhergehenden Worte ויהי בהיותם בשדה bei beiden abweichend von Onk. und offenbar nach Jeruschalmi wiedergegeben sind.