Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1895)
- Article
- Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, sein Ursprung und Charakter und sein Verhältniss zu den anderen pentateuchischen Targumim
- Date
- 1895-12-01
- Page
- Seite 98 (sequence 2)
- Language
- German
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98 Das Fragmenten-Targiim zum Pentateuch. sämmtlich aus dem Targum -Je r u sclialmi herrühren, zu interpoliren. Der späteren, aggadafreudigeren Zeit sagte eben die Paraphrase des jenisalemischen Targum mit ihrem Reichthum an aggadisehen Elementen ungleich mehr zu als das meist nüchterne und wortgetreue Targum Onkelos. Hat doch auch Meir von Rothenburg ausdrücklich erklärt1), dass das jerusalemische Targum billiger Weise verdient hätte, bei den Wiederholungen des Wochenabschnittes am Sabbath dem Onkelos vorgezogen zu werden. Allerdings an eine wirkliche Verdrängung des Onkelos durch das jerusalemische Targum konnte bei dem anerkannt offlciellen Charakter des babylonischen Targum niemals gedacht werden. Um aber der herrschenden Geschmacksrichtung entgegenzukommen, hatte man schon lange vorher den Ausweg gefunden, in den Onkelos-Text seihst hie und da an geeigneten Stellen, namentlich in den poetischen Partien Zusätze aus dem jenisalemischen Targum einzuflechten und mit ihm zusammen zu verweben. Einen solchen, mit den Zusätzen bereits vereinigten, also interpolirten Onkelos-Text zeigt uns eben das oben erwähnte, im M. V. enthaltene Targum, während uns im Ergm.-Targ. nur die Zusätze selbst, so wie sie ursprünglich zum Zwecke der Einschaltung in den Onkelos an dessen Rand geschrieben wurden, vorliegen. Selbstverständlich brauchte all das, was im Onkelos unverändert beibehalten werden sollte, in diese Zusätze nicht mit aufgenommen zu werden, ausser etwa insoweit es zur Mark!- rung der Stellen, wo die Zusätze und Aenderungen angebracht werden sollten, nöthig war. Daraus erklärt sich, dass — abgesehen von den grossen Partien, welche überhaupt nicht mit dem Ergm.-Targ. versehen sind — zu vielen Versen nur wenige, oft nur einzelne Worte vorhanden sind, dass bei andern, umfangreichen und ■wohlabgerundeten Stücken dennoch hier der Anfang, dort das Ende des Verses fehlt, nicht selten aber auch aus der Mitte Theile, oder auch einzelne Worte ganz übergangen sind. Alles, was darin weggelassen ist, das sollte eben unverändert nach Onkelos ,beibehalten werden. Auch diese Lücken lassen oft die Beziehung des Frgm.- Targ. auf Onkelos deutlich erkennen. Wir lassen hier nur einige Beispiele folgen: Gen. 1, 2 ist der ganze Yers bis auf die Worte וחשך על פני תהום, welche unübersetzt gebliebeu sind, vollständig wieder- 1) Vgi. darüber bei Zunz , G. V2 Seite 70 Aiim. e.