Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1895)
- Article
- Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, sein Ursprung und Charakter und sein Verhältniss zu den anderen pentateuchischen Targumim
- Date
- 1895-12-01
- Page
- 97 (sequence 1)
- Language
- German
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Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, »ein Ursprung und Charakter und sein Yerhältniss zu den anderen pentateuehisehen Targumim. Von. Pr. Jacob Bassfreund. (Fortsetzung.) *) III. Das Fragmenten-Targum ein Zusatz-Targum zu Onkelos. Sein YerhSiltniss zur ״Tosefta“. Beider Heimath. Fragmenten-Targum und Pseudo-Jonathan. Das Fragmenten-Targum enthält also, wie wir gesehen, thatsächlick nur Reste des Targum־Jeruschalmi. Allein seine fragmentarische Gestalt ist keine zufällige, sondern von vornherein beabsichtigt. Denn die Fragmente sind nichts Anderes als Zusätze und Interpolationen, welche in den Onkelos-Text ein gefügt zu werden bestimmt waren. Dies zuerst richtig erkannt zu haben, ist das Verdienst Seligsohn’s. Auch dessen Vermuthung, dass diese Zusätze zum Vortrage benutzt worden seien, ist durchaus zutreffend. Beides findet seine volle Bestätigung durch das in alten Machsor-Handschriften enthaltene und jüngst durch die Veröffentlichung des Machsor-Yitry allgemein bekannt gewordene Targum zum Mosesliede und zum Dekalog. Ein Blick auf dieses Targum zeigt uns, dass es zu einer Zeit thatsächlich beliebt war, das Targum Onkelos theils durch kleinere, oft nur einzelne Worte enthaltende Zusätze, theils durch umfangreiche Zugaben aggadischen Inhalts, welche *) Die Herren Halb er s tarn und Oberrabb. Simonsen hatten die Giite, mich darauf aufmerksam zu machen, dass die oben (S. 6 f.) bekämpfte Auffassung Geiger’s, die Siphxe-S teilen zu Deut. 26, 12 und ib. 12, 17 betreffend, bereits bei Gronemann: Die Jonathan’sche Pentateuch- Uebersetzung etc. S. 161, f. mit denselben Argumenten zuriickgewiesen worden ist. Was dagegen die Stelle im Jonathan seihst betrifft (Deut. 26, 12 f.), so kann ich der Auffassung Gronemann’s nicht beipflichten, sondern halte an der oben (S. 5 f.) gegebenen nach wie vor fest. Gelegentlich sei hier auch noch nachgetragen, dass דהרא hei, Jonathan (vgl. ob. S. 61 unter ירר) auch Deut. 28, 15 und םיהרא auch Gen. 1, 14. 16 (bis) vorkommt, ebenso אסעד (vgl. S. 62 unter אדבר) auch Ex. 24, 11, dass ferner bei Frgm.-Targ. (vgl. oben S. 65 ff. auch zu G. 40,18 ein Citat aus Ex. 1,14 בטיינא ובלבניא ובכל פולחנא ראפיברא sich findet, welches mit Jonathan vollständig übereinstimmt, während das JTrgm.־ Targ. zur Stelle ganz fehlt. Monatsschrift. 40. Jahrgang.