Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 2 (November 1895)
- Article
- Die jüdischen Friedhöfe Ofens
- Date
- 1895-11-01
- Page
- Seite 86 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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86 Die jüdischen Friedhöfe Ofens. sein, zu dem der ungeheure Sockel gehört. Fünf Männer hatten; trotz Hebel und Walzen ihre Noth, den 105 cm hohen, 25 cm dicken Stein, in dem Kellergeschoss, in dem ich ihn noch auf der Fundstelle antraf, auf seine Scliriftfläche umzustürzen.. Tief eingegrabene, 10 cm hohe Charaktere zeugen noch von der Pracht und Sorgfalt der Inschrift, die das Denkmal getragen hat. Der einzige Grabstein, der offenbar ganz gefunden worden sein mag, aber brüchig und von Kalkadern durchzogen, wie er war, bei der Hebung in Stücke gegangen sein muss, so dass ich ihn nur mühsam und trotzdem nicht mehr lückenlos aus den Trümmern zusammenlesen konnte, dürfte aus der Zeit zwischen den beiden früheren Fragmenten stammen. Es scheint sich nämlich ans den tief eingehackten Punkten über dem Schlussworte der vorletzten Zeile zu ergeben, dass er das Datum enthalten haben dürfte. Es war das Jahr des Fluches קללה ~ 165 1405, in dem der Isak zu Grabe kam, von dem die Grabschrift erzählt. Vollkommen zweifelfrei sind aber nur die ersten ■drei Zeilen des Epitaphs, das ich foJgendermassen lese: האבן הואת אש אשר שטתי טצבה לראש בעלי] ר, יצחק בר 5 ... שנפטר] ונקבר פה ביום ... שני שנת . . . קללה תנצ]בה Eine merkwürdige Ligatur weisen die Buchstaben בר in der fünften Zeile auf. In seiner unversehrten Gestalt dürfte dieser Grabstein, der 65 cm Breite zeigt, eine Höhe von 1,50—1,60 Meter besessen haben. Die Inschrift ruht wie bei allen diesen in Ofen zu Tage gekommenen Fragmenten auf einer um 3 cm gegen die Oberfläche des Steines vertieften, durch einen Rahmen eingefassten Schriftfläche. Da wir unmöglich annehmen können, dass in dem Grabstein von 1278 das erste Denkmal des alten Ofener jüdischen Friedhofes uns gegen üb er tritt, so mag die Erwartung gerechtfertigt erscheinen, dass dereinst bei Grabungen unterhalb oder jenseits der Tmmelgasse noch ältere Zeugnisse jenes Gräberfeldes uns begegnen werden. Thatsäehlich hat noch im Jahre 1713, als nach der letzten Erstürmung Ofens und der Befreiung Ungarns aus dem Türkenjoche wieder eine jüdische Gemeinde auf der