Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 2 (November 1895)
- Article
- Jehuda Hadassi's Hermeneutik und Grammatik
- Date
- 1895-11-01
- Page
- Seite 69 (sequence 2)
- Language
- German
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Jehuda Hadassi's Hermeneutik und Grammatik. 69 Hadassi die erste Serie seiner Regeln zur Schrifterklärung aus grammatischen Einzelstellen zusammensetzt, ja in derselben einen Tollständigen Abriss der hebräischen Grammatik bietet. Eine nähere Betrachtung dieses Abrisses führt aber zu einer merkwürdigen Entdeckung. Hadassi hat ihn nicht etwa, wie man aus den einleitenden Worten schiiessen könnte1), aus den verschiedenen, ihm zu Gebote stehenden. Quellen und aus Eigenem compilirt, sondern ein einziges Lehrbuch der hebräischen Grammatik einfach übernommen und dieses in seiner Gesammtheit zu dem speciellen Zwecke, sechzig grammatische Regeln zu bieten, verwendet. Dieses Lehrbuch ist kein anderes als Abraham Ibn Esra’s Mösna.jim, das, wie im vorigen Abschnitte gezeigt war, von Hadassi auch für seine Darstellung der Lautlehre benützt wurde. Der Excurs über die Lautlehre unterbricht, wie bereits bemerkt war, die Vorführung der sechzig Kegeln, anknüpfend an die ersten fünf derselben: die fünf Vocale2). Von der sechsten Regel angefangen schliesst sich Hadassi vollständig seiner Vorlage an, oder vielmehr er reproducirt, mit geringen Abweichungen und in unveränderter Reihenfolge die Paragraphen Ibn Esra’s. Die 6. und 7. Regel benennt er zwar nicht mit den bei Ibn Esra gefundenen Ausdrücken: עבדים und משרתים, aber ihr Inhalt ist identisch mit dem Inhalte der betreffenden Stücke heil. E.: sie handeln von den Partikelbuchstaben בו״כלם und von den 11 Functionsbuchstaben. Hur die Merkwörter für diese beiden Buchstabengruppen übernimmt Hadassi nicht von 1״ E., sondern bildet neue, wenn er sie nicht etwa anderswoher entlehnt hat3). Der auffallende Umstand, dass Hadassi gerade für diese beiden Regeln die Terminologie I. Eds. vermeidet, erklärt sich daraus, dass er die beiden Termini schon ander- L) N. 16B, B. דקרקתי בביאורי התורה ובספרי המצות ובספרי, בעלי :ד הלשון ובספרי חכמי הדעת אף בספ^י הדקדוקץ ואגרובות ומצאתי עד שמתים מדות לאזן שומעת ומדות ♦ . [W. טובות]. Die Fortsetzung' s. oben S. 16, Anm. 2. 2) Im Mösnajim nennt Ibn Esra aa der Spitze der von ihm aufgezählten und dann einzeln besprochenen grammatischen Kategorien ebenfalls die מלכים, und auch er widmet diesen eine excursartige Behandlung, während er die meisten übrigen nur kurz erläutert und exemplificirt. Die zweite Kategorie bei Ibn Esra heisst השואץ (in der einleitenden Liste: הנחים והנעים). Hadassi hat seinen entsprechenden Paragraphen dem Excurse über die Lautlehre eingeschoben (s. oben S. 31). 3) Die erste Gruppe bekömmt das Mnemonikon במלכו (N. 166, B. ש), mit der witzigen Erläuterung: שהם רוכבים בתיבות כמלכים ונראים כמשרתים. Für die Functionsbuchstaben giebt Hadassi zwei Mnemonica: לאיתן מושבכה (nach Num. 24, 21) und יה שמו תבן בלא (das soll vielleicht heissen: Er, dessen Name Jah, hat aus Nichts — die Welt — erschaffen).