Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 2 (November 1895)
- Article
- Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, sein Ursprung und Charakter und sein Verhältniss zu den anderen pentateuchischen Targumim
- Date
- 1895-11-01
- Page
- Seite 62 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829682-2829685-2879509--26782-2879538- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
62 Das Fragmenten-Targum zam. Pentateuch. auch von Inconseqnenzen nicht ganz frei sind, hat sich theilweise schon bisher gezeigt, werden wir aber noch näher darzutbun späterhin Gelegenheit finden. Indessen ist doch immerhin die Üebereinstimmung bei diesem Targum eine so weitgehende, und der Gebrauch bestimmter Ausdrücke, bis auf seltene Ausnahmen, ein so consequenter, dass wir im Allgemeinen wohl berechtigt sind, die bei ihm üblichen Bezeichnungen und 'Wendungen, auch dann ohne Weiteres auf Jerusehalmi zuriickzuführen, wenn dieser Ursprung auch nicht durch CLtate der Alten sich belegen lässt. Man wird daher auch diejenigen Inconseqnenzen bei Jonathan, welche sich auf solche, dem Fragmenten-Targum eigentliümliche Ausdrücke beziehen, in gleicherweise, wie die vorher aufgeführten, zu heurtheilen, (1. h. als deutliche Anzeichen für die Benutzung des Jeruschaimi durch Jonathan anzusehen haben. Welch wichtiges und werthvolles kritisches Hilfsmittel in dieser Beziehung derartige Inconseqnenzen bei Jonathan uns darbieten, mag hier nur an einem Beispiele gezeigt werden. Zum Dekalog fehlt sowohl in Exodus als auch in Deuteron das Fragmenten-Targum vollständig. Gleichwohl muss das Jerusehalmi auch den Dekalog enthalten haben•יד denn Arueh Art. 4 גר wird daraus er Anfang des 7. Gebotes עמי בל ישראל לא תהוון גיורין angeführt. Genau so lautet dieser Anfang auch bei Jonathan. Dass aber die Jonathan’sche Version zam Dekalog auch im Uebrigen sich eng an das Jerusehalmi anschliesst, erkennen wir aus einer Beihe von Ausdrücken, die allerdings heim Fragmenten Targum zum stehenden Sprachgebrauch gehören, bei Jonathan dagegen sonst theils nicht gewöhnlich theils überhaupt nicht üblich sind. So weisen auf eine Entlehnung aus dem Jeruschaimi hin: 1) Der Zusatz )פריקי im 1. Gebot, so stets in J. II bei יצא und הוציא wenn vom Auszug aus Aegypten die Bede ist; 0. dagegen kennt diesen Zusatz nicht, und. ihm folgt in den meisten Fällen J. I. 2) אדבר im 2. Gebot für ״ פקדahnden“, so bei J. I nur im Dekalog, sonst aber braucht er in diesem Sinne durchweg אסעד wie 0. (cfr. Ex. 32, 34; 34, 14. Lev. 18, 25. Hum, 14, 18), dagegen J. II stets אדכר (cfr. Ex. 34, 14. tNum. 14, 18). 3) לא ישתבע und דמשתבע im 3. Gebot, so übersetzt ,,schwören“ sonst nur J. II (cfr. G. 44, 18 משתבע und Hx. 13, 19