Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 2 (November 1895)
- Article
- Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch, sein Ursprung und Charakter und sein Verhältniss zu den anderen pentateuchischen Targumim
- Date
- 1895-11-01
- Page
- Seite 57 (sequence 9)
- Language
- German
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Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch. 57 wie Onkelos, an allen übrigen Stellen übersetzt auch er תלוי. Art. שלחף werden, zwei Stellen aus dem der. citirt, wo החליף und שיכל durch ׳ שלהףwiedergegeben ist. An beiden Stellen übersetzt nach unseren Ausgaben das Fragmenten- Targum ופת. Indessen steht es fest, dass zu שכל את ידיו Gen. 48, 14 die bei Aruch angeführte Uebersetzung שלחפיכון לידר thatsächlieh auch im Fragmenten-Targum enthalten wart). Aber gerade an dieser Stelle übersetzt Jonathan ופלג, während sonst bei ihm שלהף wiederholt und consequent für החליף vorkommt (cfr. G. 31, 7. 41; Lew 27, 9; Ex. 34, 9. 10); nur Gen. 35, 2, wo vom Wechseln der Kleider die Rede ist, übersetzt er ־wieder wie Onkelos ושנו, ebenso דיחלף Gen. 41, 14 in demselben Sinne, wieder übereinstimmend mit Onkelos. Dasselbe gilt auch von תהא für הנחם und אסטלית für שמלה, worüber weiter unten. Man nehme noch hinzu, dass, wie wir bereits gesehen2), eine Reihe von dem Jeruschahni angehörigen Ausdrücken im Fragmenten-Targum überhaupt nicht Vorkommen, während dieselben bis auf einen (משבקא für גדושה) sämmtlich bei Jonathan, theils durchweg, theils wiederholt im Gebrauch sind, und man wird schon hieraus zweifellos die Ueberzeugung gewinnen, dass unmöglich das Fragmenten-Targum dem Jonathan als Quelle gedient haben könne, dass vielmehr für beide als gemeinsame Quelle ein Targum-Jeruschalmi vorausgesetzt werden müsse. Diese Ueberzeugung wird aber zur vollen Gewissheit, wenn man insbesondere jene Inconsequenzen bei Jonathan näher in's Auge fasst, die wir obeu angedeutet haben. Während nämlich Jonathan einerseits an zahlreichen Stellen in der Uebersetzung eines Wortes, oft in allen Nuancen seiner Bedeutung, dem Onkelos getreu folgt, findet sich bei ihm andererseits dasselbe Wort nicht minder häufig wieder ganz abweichend übertragen. Nun lässt sich in den meisten Fällen mit Bestimmtheit nachweisen, dass die von Onk. abweichende Uebersetzung dem Jeruschalmi angehört. Diese, wie gesagt, sehr häufige Erscheinung ist daher ebenso bezeichnend für den compilatorischen Charakter dieses Targum, wie ein vorzüglicher Wegweiser zur Auffindung und Fest- ־נ) Man vgl. oben S. 55 Anm. 1.' 2) Vgl. oben S. 53 Anm. 1.