Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Chajjim b. Mose Katzenellenbogen und die zweite Judenschlacht von Lublin
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 556 (sequence 3)
- Language
- German
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556 Chajjina b. Mose Katzenellenbogen, seiner Wohlthäter öffnen sollten, sich bescheinigen. Es war ein kurzes, aber ein vielsagendes Zeugniss, das ihm auf die Wanderung mitgegeben wurde. Der jetzt an fremde Thüren zu pochen gezwungen war, hatte selber Wohlthateu aus begüterter Hand zu streuen vermocht. Es war der Sohn des Arztes und durch seine Meisterschaft im rabbinischen Schrift■־ thum mit dem Gaontitel geschmückten R. Mose Katzen eilenbogen, selber ein ausgezeichneter Mann, ein Heiliger beim Leben, ein wandernder Märtyrer. Die ihm diesen Namen beizulegen sich nicht besannen, waren aber selber unverdächtige Zeugen der erlesensten Art. Da stand keines Geringeren Name an der Spitze als der R. Josua Heschel b. Jakob’s, dieses Heros eponymos talmudisehen Wissens und Scharfsinns, dessen heim Lehen bereits fast einzigartigen Ruhm Schüler aus allen Weltgegenden zu verherrlichen und zu verbreiten nicht müde wurden. So war er denn auch mit d.er Heerde versprengt worden, der Hirt von Lublin, und im Frühjahr 1656 noch in Lemberg, an der Schwelle noch jener Wanderung, die ihn nach Mähren und nach Wien gebracht hat1 * 3), wo ihn in Abraham Hecht’s, seines Schwiegersohns, Hause gastliche Aufnahme erwartete. Ein Fünkchen hellen geschichtlichen Lichtes endlich aus der von Sagen und Vermuthungen umdunkelten schwersten Zeit des ausserordentlichen Mannes! Neben R. Heschel erscheint der Name R. Jekuthiel Salmans b. Arje’s oder Löb7sy) in der Reihe der Unterschriebenen. Als Dritter und Letzter tritt uns Jochanan Baruch b. Simcha entgegen, selber Arzt und der Tater des nachmals unter dem Namen Simcha Doctor bekannten Namensträgers des‘ Grossvaters und eines zweiten Arztes Namens Eieasar4), der berühmte Vertreter jener Familie von Aerzten, von denen Jakob b. Jona bereits am 11. Juni 1687 an der Universität Padua den medicinischen Doctorgrad errang. Italien, wohin Katzenellenbogen sich wendete, war damals das gelobte Land aller Verfolgten und Hilfefnchenden 5). Unaufgefordert und aus freien Stücken, batten die Gemeinden sich zusammengethan, um Gelder für die Loskaufung der!) Ch. N. Dembitzer כלילה יופי II, .מד b ff. L. Landshuth תולדות אנשי דשם ü. 70. 2) Kaufmann, Monatsschrift 37, 381 n. 4. 3) Bei S. Buh er, אנשי שם fehlt dieser Name. ±) S. Bub er a. a. 0. S. 32 Nr. 73, 88 Nr. 212, 215 Nr. 544. 5) Vgl. D. Kaufmann in Revue des etudes juives XXV, 202 ff.