Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Über die religiösen Beziehungen der Semiten zu ihren Nachbarn
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 531 (sequence 3)
- Language
- German
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Religiöse Beziehungen der Semiten zu ihren Nachharn. 531 von hier aus nicht nur Vorder- und zum Theil auch Kleinasien, sondern sogar hie und da Aegypten beeinflusst, von da stammen Gfottheiten wie Anat, Respu, Kades 1). Diese Entlehnungen sind als solche aus historischer Zeit sicher nachweisbar. Schwieriger schon ist die Prioritätsfrage bei ägypt. Osiris — assyr. Azar, Mg. Isis — ass. Asa, Asat, eg. ttiau — ass. tihavti, vor Allem aber bei Hator — ass. Istar. Andererseits aber lässt sich der geschichtlich beglaubigte Einfluss Aegyptens auf Vorderasien zeitlich auf die auf den syrisch-phönikiscben Handel, als Vermittler der Schrift, spräche ebenso für Aegypten (vgl. auch 5a Alef Ochs[־en Kopf] mit ägpypt. a Akhöm Adler u. s. w.) wie für Babylon. Ohne Zweifel liegt auch in Wirklichkeit hier, in dem praktischen Bedürfnisse des Kaufmannes, der Grund zu der frühen Ausbildung der aramäischen Consonantenschrift; im Uebrigen ist jedoch für diese eine ähnliche Entwickelung aus einer eigentümlichen (sog. hamatensisehen [vgl. Transact. Soc. Bibi. Arch. 1882, VII, 3]) Hieroglyphenschrift anzunehmen, wie wir sie in Aegypten und in ]Babylon vorfinden. Die eine Entwickelung dieses Alphabets zeigen: die Zeichen auf den assyr. Gewichten, die Mesain schrift [zu bemerken ist, dass die Zeichen der Siloainschrift c. 700 von der des Mesasteines oft erheblich abweichen (so צ ,כ ,ו ,א), während sie sich den samaritanischen Typen auffallend nähern [so 1 ,א (ähnlich auf hehr. Münzen und assyr. Siegeln aus dem 7.—3. Jhrdt.), צ (vgl. phön.) u. a.] nebst denübrigen althebr. Monumenten, das phön i ki sehe Alphabet (Esmunaser c. 600) und die samaTitanische [c. 527] Schrift (vgl. Z. 14 das älteste Denkmal), die andere das Aegypt.-Aramäische (Stein von Carpentras, [cf, Gesen. Monum. 232] ausser ה und י wie phönik. und Papyrus, schon final. כ und נ), das Nabatäische (vgl. B. Beer, inscript. veteres litteris etc. Revue archeol. 1869. Euting, nah. Insch., c. Dslb., sinait. I.), Palmyrenische (von 48—257 n. Ch. vgl. Philos. Transact. Bd. 48), die babylonischen Thontäfelchen (vgl. Layard, Niniveh and Babylonp. 510), die hebräischen Inschriften von KefrBereim und dem St. Jakobs grabe, von Aden (vgl. auf dem Grabsteine von 916 das א mit dem äthiop. und himjar. א), in den Katakomben in Rom, Venosa und Lavello (vgl. auch Ascoli, inscrizioni etc.) und die Quadrat schrift. Hiernach und nach den traditionellen Angaben über das Verhältnis der quadratischen zur althebräisehen Schrift (vgl. Low, Graphische Requisiten a. v. St., Levy in Z. 9, 476. Bacher, Agada d. babyl. Amoräer S. 61 gegen Geiger, Jüd. Zeitsch. V, 115, Stade Zeitsch,, 3, S. 230 u. a.) gilt etwa folgende Aufstellung: Nordsyr. Althebr. (Phönik.) Aram. (in Aeg.)! . ._l__ Saraarit. Palmyr. Quadratschr.!) Vgl, d. Adonismythus, Attarcult u. a. in Lydien, Atergatis in Askelon (Pietschmann, Gesch. d. Phönieier 144. 149), Anat und Resuf (vgl. ebenda 1522 mit dem Embleme auf der Abraxasgemme hei Driver in Essays in bibl. Arch. Oxford) und Hadad (Adodos hei Philo von Byblos). Vgl. ferner Tiele, Compendium 67. 93. 34*