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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 12 · p. Seite 530

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 12
Article
Über die religiösen Beziehungen der Semiten zu ihren Nachbarn
Date
1895-01-01
Page
Seite 530 (sequence 2)
Language
German
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530 Religiöse Beziehungen der Semiten zu ihren Nachbarn. viele Unklarheiti). Man hielt das alte Vorderasien in Religion und materieller Cultur zumeist von Aegypten abhängig. Roch nicht genug, dass wir z. B. in den Nachrichten über die hebräische Invasion in Kanaan keinerlei Andeutungen auf früheren ägyptischen Einfluss im Lande finden, was auf geringe Nachhaltigkeit der ägyptischen Einwirkung schliessen lässt, so zeigen uns die Tell-el-amarna-Bericbte gerade hier — in Syrien ini weiteren Sinne — vorwiegend babylonischen Einfluss. Ja, die Funde in Nordsyrien, woher die Aegypter frühzeitig Manches in Sprache und Religion entlehnt haben, erheben die Annahme zur Gewissheit, dass hier der eigentliche Mittelpunkt der vorderasiatischen Cultur zu suchen ist. Von hier holte sich ein grosser Tlieil der Semiten die Kunst des Erzgusses und der Metallarbeiten, der Städtebefestigung und Bewaffnung und vor Allem die Schrift* 2), ln religiöser Hinsicht aber ist 1) Vgl. im Allg.: Jabionski opusc., ed. te Water, T. I, E. Meier, Wurzel Wörterbuch 724 11־ a. Erman in Z. (= ZDMGr.) 1892. 2) Zur Entstehung der hehr. Schrift vgl. i. Allg.: M. A. Levy, Epigraphische Beiträge im Jahrbuch für d. Gesch. d. Juden 1861, vgl. Dsslb. ,,Phon. Studien“ u. ,,Jüd. Münzen“. Rev. des et. j. IX. Scblottmann, Schrift und Schriftzeichen in Riehm, Handwörterbuch. Strack, Schreibkunst in R.-Eneykl. für protest. Theoh Bickell-Curtiss, Ontlines of hebrew grammar. Chwolsohn, corp. inscr. hebraic. Müller, kritische Beiträge zur südarb. Epigr. Z. 37. Euting, Epigrapbisches. Madden, Jewish coinage 1864. p. 305 writing etc. (s. die Literat, daselbst.) Z. 1855. Stade, Zeitsch., 1881, S. 339. Lagarde, armen. Studien 154 Anm. Berliner, Beiträge zur hebr. Gramm., S. 7. Levy in Z. IX 476. Nöldeke, mand. Gramm. 256. Scheppig, Hebr. and Phenicians in Spencers Descript. Sociology Dlv. II, P. 2 p. S42 */3. Dunker, Gesch.5, I, 285. Z. 12, 210. 343. 15, 404. Ewald Gesch.2 1, g. 70 fg. u. v. a. Den Ursprung der nordaramäischen Schrift, die man wohl, besonders nach den Funden in Sendschirli, als das Vorbild der Schrift- Zeichen auf den althebräischen, phönikischen, samaritanischen, aram.-ägyptischen, kilikischen und altgriechischen Denkmälern bezeichnen darf, führte man lange Zeit auf die ägyptischen Hieroglyphen zurück (vgl. Renan, histoire generale 111, Hug, Seiifarth, Olshausen, Paravey, Salwolini, Lenormant u. a.), andere schoben als Vermittelung die demotische Schrift ein (so De Rouge in Rev. de Pinstruct. publ. 1859 vgl. Wilkinson in Rawlinsons Herodot vol. 2 p. 317 und de Wette- Schräder8 [s. die Schrifttafel am Schlüsse]), was schon darum zurückzuweisen ist, weiL dieselbe entstanden (7. Jürdt.), nachdem die Griechen ihr Alphabet bereits überkommen hatten (vgl, Herodot V, 58). Andere ziehen die Keilschrift zur Vergleichung heran (vgl. Journ. of R. Asiat. Soc. XVI p. 226 Note [Norris], Deeke Z. 31, 102 fg.; früher: Kopp, Bilder und Schriften II, p. 147. Levy, Jüd. Münzen 140, u. a.). Inschriftlich lässt sich die assyrische Herkunft nicht belegen, denn die ältesten hierbei in betracht kommenden Denkmäler, die bekannten Löwengewichte im Brit. Museum, stammen erst etwa aus dar Mitte des neunten Jahrhunderts, vgl. Mesastein c. 850, und die Rücksichtnahme

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