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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 11 · p. Seite 499

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 11
Article
Hebräische Handschriften-Fragmente in der Stadtbibliothek zu Trier
Date
1895-01-01
Page
Seite 499 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Hebräische Handschriften-Fragmente zu Trier. 499 Quellen nicht nennt und Machsor-Handschriften, die für diesen Ritus zur Yergleichung hätten herangezogen werden können, nicht leicht zu Gebote standen. Augenscheinlich aber enthält die Zunz ״sehe Darstellung Mancherlei, was einer Nachprüfung durchaus bedürftig ist. Man wird von vornherein berechtigten Zweifel darüber hegen dürfen, ob in jener frühen Zeit, in der die Ritusbildung noch in vollem Flusse sich befand, das französische Ritual bereits so sehr in feste Formen gefügt war, dass locale und‘ temporäre Verschiedenheiten, dass namentlich Schwankungen in Bezug auf den Gebrauch einzelner Pijjut- Piecen wirklich sollten ausgeschlossen gewesen sein, wie es nach Zunz den Anschein hat, der sämmtlichen Festen und Sabbathen ihre bestimmten poetischen Einlagen zutheilt und sie bis in ihre Details genau angiebt. Es liegt die Vermuthung nahe, dass Zunz hierbei einer bestimmten Vorlage gefolgt ist und Manches mit aufgenommen hat, was ex zwar in ihr so vorgefunden, was aber für die Bestimmung des Ritus im Allgemeinen unwesentlich und ohne Belang ist. Um so erfreulicher ist es, dass uns hier der Zufall gleich fünf Machsor-Handschriften, wenn auch nur in grösseren oder geringeren Bruchstücken, an die Hand gegeben hat, durch deren Yergleichung sowohl untereinander wie mit der von Zunz gegebenen Charakteristik des französischen Ritus wir im Stande sind, das Constante und Allgemein-Gütige von dem Zufälligen und Schwankenden zu sondern. In der Hauptsache stimmen nun unsere Fragmente vollständig mit den Zunzscheu Angaben überein, so dass der französische Ritus- Charakter bei ihnen klar za Tage liegt. Hm so bemerkenswerther und für die genauere Kenntniss dieses Ritus wichtiger sind darum die im Einzelnen sich zeigenden Abweichungen, welche ebenso sehr die Stammgebete, wie die poetischen Stücke betreffen. Aber nicht nur über den französischen Ritus selbst, sondern auch über sein Verhältniss zu verwandten Riten wie namentlich zum englischen, sind unsere Fragmente geeignet, nach mancher Seite hin neues Licht zu verbreiten. Dieser Ritus, welcher noch bis in die jüngste Zeit eine terra incognita war, ist uns heute — wenigstens so weit es die Stammgebete anlangt — dank dem von Prof. Kaufmann in der Stadtbibliothek zu Leipzig entdeckten und von ihm genau beschriebenen1) englischen Siddur vollständig he- ג) In The Jew. Qu. Eev, vol. 4, S. 25 ff. 32*

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