Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Miscellen über Saadja
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 445 (sequence 5)
- Language
- German
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Miscelleti über Saadja. 445 hier, wie in vielen anderen Punkten, von 'An an, den sie nur als den Yorläufer des ächten Karäismus betrachteten, ab •1). Ausser Kirkisani, der in der That das 17. Capitel des dritten Ab- Schnittes seines Werks der Widerlegung dieser Lehre gewidmet hat2), hat auch der ein Jahrhundert nach ihm lebende karäiscke Religionsphilosoph Josef al-Basir, ein Zeitgenosse des Gaon Samuel Ibn Chofni, in seinem מחתוי (hebräisch: ספר כעימות) gegen die Metempsychose, die er als eine Lehre der e Ab di ja bezeichnet, ausführlich polemisirt3). Auch Jehuda Hadassi, der sie für eine Lehre der 'Abdija und Mugbira ausgiebt, bekämpft sie in seinem אשכול דכופר äusserst heftig und nennt sie falsch, lügnerisch und frevelhaft4). Ebenso verwirft sie Aron b. Elia in s. Ez Chajim c. 111. Wir wissen nun nicht, was 'Anan bewogen hat, dieser Lehre, die er doch gewiss bei den Arabern kennen gelernt hat, zu huldigen5), und warum die späteren Karäer sie so heftig von sich weisen; aber jedenfalls liegt kein Grund vor, die Angaben Kirkisani’s zu bezweifeln. ’Dass nun Karäer der Ansicht waren, die Trostreden der Propheten wären bereits zur Zeit des zweiten Tempels in Erfüllung gegangen, wissen wir aus der Chronik Abraham Ibn Revue des Etudes juives XXIX, 212) berichtet, dass sie eine Seelen- Wanderung angenommen und als Beweis dafür die Verwandlung Nebukadnezar’3 in ein Thier angeführt haben, ebenfalls Anhänger Anän’s. U S. Pinsker, a. a. 0., p. יה ff. und Graetz a. a. 0., Note 17. 2) In einem Stück aus einer Schrift Kirkisäni’s, abgedruckt bei Hirschfeld, Arabie Chrestomathy, S. 116—121, die der Herausgeber irrthümlich als dessen ספר המצות bezeichnet (s. Revue des Etudes juives XXV, 155), die aber nach einer Mittheilung Harkavy’s im היקב (Petersbürg 1894) ebenfalls das Kitab al-5anwär ist, heisst es zum Schlüsse: ואלאן נכצרף אלי אלרר עלי מן קאל באלתנאסך מן אלעאנניה וגירהם. Da nun dieses Stück das 16. Capitel des dritten Abschnittes des Kitäb al-’anwär bildet, so hat Kirkisani die Ansicht Anan’s im 17. Cap. dieses Abschnittes widerlegt. 3) Ein Capitel dieser Schrift heisst im arab, Original (bei Frankl, Beiträge z. Litteratnrgesch. d. Karäer, Wissensch. Beilage zum 5. Bericht d. Lehranstalt etc., S. 18): באב פי בטלאן קול אצחאב אלתנאסך♦ Dagegen in der hehr. Uebersetzung (s. Steinschneider, Cat. Leyden 166; Pinsker, a. a. 0. S. 199): הבטלת דברי אלעבדיאי שיאמר בי הרוח תצא מן האדם ותכנס בבהמה. 4) Alfab. 96: ואם כן בטלו ושבתו והושחתו דבריהם אשר הס שקר וכוב ורשע לפג־ תורת אלהינו ולפני כל יראיו חם־די ומשכילי עמו וכר, 5) Sollte dies vielleicht mit der von Saadja (Emunoth c. VI) angeführten Ansicht Anan’s, dass das Blut die Seele ist, zusammenhängen?