Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829668-2829677-2879190--26465-2879241- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Besprechungen. 377 von einem Quadrattefach. (ib. 4) schon als zum Sitzen geeignet gilt also המרה מדרס annimmt. Im Gegentheil, bei einem leeren Schlauche ist טמאת מדרס bei ungleich geringerem Flächeninhalt der Unterlage möglich, als bei einem gefüllten. Zu einem vollständig klaren Verständniss dieses Gegenstandes gelangt man durch Sifra Levit. 15, 4 ad vers. כל המשכב אשר ישכב עליו הזב יטמא. Dort wird erklärt, dass die in unserer Mischnah in Kelim aufgezählten vier ledernen Gefässe: Futterkorb, Hirtentasche, Beutel und Schlauch deshalb auch im leeren Zustande und bei der vorgeschriebenen Grösse טמא מדרס sind, weil sie auf diese Weise nicht nur leer, sondern auch gefüllt als מושב dienen können. Denn, wenn sie das vorgeschriebene Maass nicht haben, sind sie wohl leer, aber keineswegs gefüllt zum Sitzen geeignet; und wenn sie das vorgeschriebene Maas nicht haben, sind sie selbst in leerem Zustande nicht fähig, טמאת מדרס anzunehraen, weil es in dem Verse (i c.) heisst: אשר ישכב (und nicht שכב), was bedeutet, diese Gegenstände müssen beständig zu משכב ומושב geeignet sein (Vgl. Sabbat 59 a.). Der Schlauch (חמת) also und die anderen in der Mischnah (u. im Sifra) angeführten ledernen Gefässe müssen deshalb auch im leeren Zustande ein bedeutend grösseres Mass haben, als das bei einfachem Leder vorgeschriebene ist (5 Tefach, bez. 1 Tefach), weil sie sonst beim Gebrauche nicht zum Sitzen geeignet und daher nicht tähig wären טמאת מדרס anzunehmen, wenn sie auch leer zum Sitzen geeignet wären, Das Verhältniss ist demnach ein umgekehrtes. Folglich istes nicht richtig, wenn S, das ,מלאה der Tosefta übersetzt: Der Schlauch muss gefüllt sein, denn sonst ist er zum Sitzen und für טמאת מדרס nicht fähig! Die zweite Bedingung עומדת ist nach S. so aufzufassen, als wenn dieses Wort bedeutete: stehend, damit der Schlauch nicht in’s Rollen gerathe. Allein עימד heisst ja gar nicht stehend, sondern bestehend, haltbar, dauerhaft, wie z. B. ציפוי עומר in Chag. 26b und wie das in der Toseft. Kelim 7 oft vorkommende עומד: welches Hamb am in Kelim II, 1 wiedergiebt durch die Worte: דבר של קיימא שאיפשד שידמוע, und welches er zur Mischnali in Eduj. ebenso erklärt; kein Commentator hat übrigens bisher an dieser allein möglichen Bedeutung von עימד gezweifelt. Im Vorhergehenden ist wohl zur Genüge nachgewiesen, dass die Behauptung, die Controverse der Toseftah Cap. 11 handle über טמאת מדרס eines 7 Kab grossen, unbeschädigten Schlauches, eine irrige ist; es ist vielmehr klar, dass die besagte Toseftah über טמאת מת und andere טמאות handelt, also von einem beschädigten Schlauch (חמת), gleichviel welcher Grösse, spricht, wie dies auch bei חמת in Kelim 20, 4 der Fall ist. Alle Commentatoren, ausnahmslos, erklären es so, weil sie die angeführten Stellen alle nach dem klaren Wortsinne lesen und auslegen; von Seiten keines einzigen ist der Mischnah ein ״trauriges Missgeschick“ widerfahren, ganz abgesehen von der oben behandelten Tbatsache, dass ר״ש den von S. gestellten Anforderungen in Bezug auf Vergleich von Mischnah und Toseftah vollkommen entspricht. Noch eines aber muss schliesslich bemerkt werden. Nicht Cap. 11 der Toseftah, sondern Cap. 10 steht in enger Beziehung zur Mischnah Kelim 20, 1. Diese Tosefta lautet: ,חמת שנפחתה הרי זה טמאה שבתהלד, משמשת ישיבה ושכיבה עם מלאכתה ועכשיו משמשת ישיבה שכיבה דר״מ וחכמים מטהרים מפני שבטל העיקר בטל