Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 7)
- Language
- German
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376 Besprechungen. וצרורה, dass der Schlauch auch fest verbunden sei, weil es doch sehr gewagt erscheint, auf einen nicht verschnürten Schlauch sich zu setzen oder zu legen, das ist die Relation des תנא קמא. R. Jehuda hingegen behauptet, die Schammaiten nehmen insofern den erleichternden Standpunkt ein, als sie die Bestimmung von טמאה מדרס an drei Bedingungen knüpfen, die Hilleliten den erschwerenden, insofern nach ihnen schon, wenn nur zwei Bedingungen erfüllt sind, die Bestimmung Platz greift. In unserer Mischnah wird die eine Bedingung מלאה, dass der Schlauch gefüllt sein müsse, gar nicht erwähnt, weil es doch selbstverständlich ist, dass man auf einem leeren Schlauch nicht gut sitzen kann1). Die Schammaiten knüpfen also die Bestimmung von טמאה מדרס an zwei, die Hilleliten an eine Bedingung. Es muss darum Jedem einleuchten, dass wir in der Mischnah zu lesen haben בדש אומרים עומדת וצרורה ובה״א (1אע״פי שאינה צרורה. Diese Controverse unterscheidet sich von den bisherigen קולי בדש וחומרי ב״ה insofern, als sie nicht auf eine hermeneutische oder midraschisehe Differenz, sondern einzig und allein auf eine verschiedene Auflassung von der Verwendbarkeit des Schlauches zurückzuführen ist.“ Bis hieher Schwarz. Das ״Missgeschick“, welches der behandelten Mischnah angeblich widerfahren sein soll, ist nun unseres Erachtens so gross nicht, R. Sirnson aus Sens (ר״ש משארן) zur zweiten Mischnah im zwanzigstenAbschnittvonKelim erklärt unsere Mis chnah auf das Genaueste, u. zw. indem er die von Rabed und Schwarz c)’ tirte To sefta anführt, ohne die Mis chnah Kelim 26, 4 heranzuziehen; R, Sirnson aus Sens verfällt also nicht in den Eehler des Rambam und verrammelt sich den offenen Weg nicht; ja ר״ש emendirt und erklärt sowohl Mischnah als To״ sefta, wie es der Verfasser thut. Wie war es möglich, dass unser Kritiker dies Alles übersehen konnte? Nach dieser Vorbemerkung wollen wir nun den einfachen Text der Mischnah und Tosefta eingehend prüfen. Der Verfasser behauptet, die Tosefta handle von einem unbeschädigten Schlauche (חמת) und es sei nur von טמאת מדרס die Rede. In einem solchen Ealle sagen ב״ש, der Schlauch könne nicht eher טמאת מדרס annehmen, bis er gefüllt sei; dann müsse der Schlauch auch עומד, stehen, damit er nicht in’s Rollen ge rat he; בדה hingegen verlangte noch die Bedingung, der Schlauch müsse צרור, zugebunden sein. Nach der Relation R. Jehuda’s sei es umgekehrt (חילוף הדברים); die Bedingung צרור wird von den Schammaiten gefordert, während die Hilleliten glauben, der unbeschädigte Schlauch könne טמאת מדרס an• nehmen, wenn er auch nicht verschnürt sei: Also der Schlauch muss gefüllt sein, denn ״es sei selbstverständlich, dass man auf einem leeren Schlauch nicht gut sitzen kann.“ Die von S. citirte Mischnah Kelim 20, 1 muss, dass wird Jedermann zugeben, folgendermassen aufgefasst werden: Wenn die benannten Gefässe (unter welche auch חמת gehört) schadhaft geworden sind, so dass sie nichts mehr fassen können, sind sie nicht fähig טמאת מרדם anzunehmen, wiewohl sie noch geeignet sind, dass man sich darauf setze. So erklärt auch רמב״ם die Mischnah. Es ist also klar, dass auch ein leerer Schlauch zum Sitzen geeignet ist, Kelim 27, 3 belehrt uns, dass ein Leder von 5 Tefach im Quadrat, beziehungsweise 1׳ Sclnvarz merkt dazu an: Lässt man die Wortstellung intact. dann muss man einendiren: בש״א צרורה ועומרת ובה״א עומדת אע״פי שאיכה צרורה,