Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 8 · p. Seite 375

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 8
Article
[Rezension]
Date
1895-01-01
Page
Seite 375 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829668-2829677-2879190--26463-2879239
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Besprechungen. 375 Diese Darstellung ist thatsächlich frappirend; doch nur für einen Augenblick. Bei ernster Prüfung stellt sich heraus, dass auch diese Darlegung nicht stichhaltig ist. Wäre es richtig, dass der angeführten Controverse die Meinungsverschiedenheit Schammai’s und Hillel’s bezüglieh יש אם למסורת und יש אם למקרא zu Grunde läge, dann wäre die bekannte unwidersprochene Tradition (Sabbath 15), dass Schammai und Hiliel nur in vier Fragen controversirten ein für allemal abgethan; denn Schammai und Hiliel müssten dann überall da, wo es auf יש אם למסרת und יש אם למקרא ankommt, differiren! Ihre Controversen müssten sich beispielsweise auf alle Gebote, welche Synhedrin 4a hehandelt werden, erstrecken. Wie will der Verfasser diesen klaffenden Widerspruch lösen, zumal er ja selbst (Monatsschr. 37 Jahrg.) die oben citirte Tradition vertheidigt? Nein, auch hier hat der Verfasser Zweifellos einen Irrweg eingeschlagen. Von ganz besonderem Interesse ist die Entdeckung der Tkatsache, dass die Controverse der Sehammaiten und Hilleliten über חמת (Eduj 5, i) auf ״verschiedene Auffassung von der Verwendbarkeit des Schlauches zurückzuführen ist“. Darüber sagt der Verfasser (S. 80 ff.): החמת ב׳יש .אומרים צרורה עומדת, וב״ה אומרים אע״פי שאיכה צרורה ״Diese Controverse hat ein trauriges Missgeschick gehabt, sie ist, ich bedauere, es sagen zu müssen, bis auf den heutigen Tag von den Commentatoren ,במחכ״ד missverstanden worden1). Sammt und sonders haben sie dieselbe nach dem Vorgänge Maimunis in Zusammenhang gebracht mit der Mischnah Kelim 26, 4, כל ההמתות צרורות טהורות חוץ משל ערביין ר׳ מאיר אומר צרור שעה טהורות, .צרור עולם טמאות, ר׳ יוסי אומר כל חמתות צרורות טהורות Der Einzige unter allen Mischna-Erklärern, welcher nahe daran war, diese sechste Belation B. Jehudab’s in’s rechte Licht zu rücken, war Kabed, denn er hatte die Tosifta Kelim b. m. cap. 11 החמת בש״א מלאה ועומדת וב״הא מלאה וצרורה, ר׳ יוסי וד״י אומרים חילוף הדברים zu Rathe gezogen; aber auch er verfiel in den Fehler des דמב״ם, die Mischnah Kelim 26, 4 heranzuziehen, und dadurch hatte er sich den bereits offenen Weg verrammelt. Es ist das wieder einmal ein neuer, glänzender Beweis für die von mir so oft mit Nachdruck hervorgehobene Thatsache, dass man die Tosifta unmöglich verstehen könne, ohne die Mischna, oder richtiger den Mischnatheil genau zu kennen, an welchen sie anknüpft, oder auf welchen sie sich bezieht.Die Controverse bezieht sich auf einen Schlauch, der dadurch, dass er ein bestimmtes Quantum fasst, unter Anderem auch לשכיבה sich eignet, während Kelim 26, 4 von gewohnlichen leeren Schläuchen die Bede ist, welche, einmal schadhaft geworden, den Charakter eines בלי eingebüsst haben. Das Wort החמת in der Tosifta2) ist eben nichts Anderes, als das Stichwort aus der Mischnah, und es braucht nicht erst besonders Innzugefügt zu werden, dass von diesem Schlauche die Bestimmung der Mischnah טמאה מהרם gilt. Nach dem erklärenden Zusatz der Tosifta ist diese Bestimmung für die Sehammaiten an zwei Bedingungen geknüpft; מלאה ועומדת, der Schlauch muss gefüllt sein und darf nicht in’s Bollen kommen3), nach den Hilleliten muss zu diesen zwei Bedingungen als dritte noch hinzukommen, 1) Vom Verf. des Artik. gesperrt. 2) Die Tosifta nach der Emendation des Gaon aus Wilna, die von R. Eisig aus Komorno angenommen wird, ,,muss nun lesen:“ החמת ב״ש אומרים מלאה .ועומדת, וב״ה אומרים מלאה ועומדת וצרורה. ר יהודה אומר חילוף הדבהים. 3) Vom Verf. des Artik. gesperrt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.