Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 372 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2829132-2829668-2829677-2879190--26460-2879236- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
372 Besprechungen. meine Auffassung als eine subjective und willkürliche erscheint, denbitte icli, mit seinem abfälligen Urtheile noch ein klein wenig zuriiekzuhalt en1).“ Dieser Bitte Folge zu leisten, wird dem ehrlichen Forscher nicht schwer fallen; in der Wissenschaft ist es ja ohnehin Gebrauch, die Behauptungen eines Zweiten ohne ernste Prüfung zu verwerfen. Ich habe wirklich lange über diese, sowie über alle, von Schwarz aufgestellten Theorien nachgedacht und bin hier wie anderswo zu ganz anderen Ergebnissen gelangt als der Verfasser. Abgesehen von der mindestens doch eigentümlichen Idee, neue, bisher nicht bezeugte oder überlieferte גזירות שוות zu schaffen2); abgesehen davon, dass Schwarz diese seine neue ,מירד, שוד aus ,תורד und קפלה, nämlich: Psalmen und Thorah, bezw. Hiob und Thora ableitet, was bekanntllich nach Babii Niddah 23 a (דכין דברי תורה מדברי תורה ואין דנין דברי תורה מדברי קבלה) unstatthaft ist (vgl. Chullin 137 a Tosaf s. v. אתיא גיזה גיזה, wo bemerkt wird, dass Zusammenstellungen von תורה וקבלה da unstatthaft sind, wo dadurch ein דבר חדש entsteht), abgesehen ferner davon, dass Babii Bezali 3 (gegen Schwarz) sagt: בולהו ברבה לא אמרי הבכה לית להו, demnach also B. Josef, B, Jizchak und B. Nachman gegen הכנה sind; sowie dass nach Bezah 4, a (ור׳ יוחנן לית ליד, הבכה דרבה) auch B. Jochanan mit den vorgenannten gegen die ג״ש sind; abgesehen von alledem werden wir sofort sehen, dass bei sachlichem Eingehen auf den Talmudtext die Grundsteine des Schwarz’schen Gebäudes zusammenstürzen und die neuentdeckte לש unter den Trümmern des Baues begraben. Die Schammaiten und Hilleliten geben nicht an, über welches Princip sie im Streite sind. B. Nachman meint, der Grund der Meinungsdifferenzen beider Schulen sei מוקצה. B. Josef und B. Jizchak meinen den Streit auf etwas Anderes zurückführen zu können. Babbah aber ist der Ansicht, das Motiv sei: הכנה. Der Talmud fügt sogleich hinzu: דאזדא רבה לטעמ״ה. Babbah hat seinen Grund für diese Anschauung, denn er bezieht den Schriftvers: והכינו את אשר יביאו auf הזמנה בפה; so Baschi und alle Commentatoren. Babbah deutet והכינו nicht auf הבכה בידים; dass nämlich gerade dasjenige מע״ש oder מעי״ט geschehen müsse, was Händearbeit verlangt; sondern dass sogar das, was keinerlei Händearbeit erfordert, ebenfalls הזמנה בפה haben müsse (שיאמר מכאן אני אוכל למחר). Da nun alles Essbare, selbst solches, das keinerlei menschliche Arbeit erfordert, eine הזמנה מע״ש ומעי״ט nöthig hat, so ist es selbstverständlich, dass ביצה שנולדה, welches ja auch keinerlei Menschenarbeit erfordert, Vorbereitung (מע״ש ומעיי״ט (הכנה verlangt. Alle anderen: B. Jochanan, B. Jizchak, B. Josef, B. Nachman deuten den Vers והכינו ausschliesslich auf חככה בידים; nur Dasjenige, was menschliche Arbeit erfordert, muss הכנה מע״ש ומעי״ט haben, nicht aber הכנה דממילא, also nicht הזמנה בפה — ausgeschlossen מוקצה — mithin auch nicht הכנה בידי שמים. Es ist also die Differenz zwischen Babbah einerseits und B. Nachman u. s. w. andererseits darin zu finden, dass diese den Vers והכינו nur auf הכגה בידים deuten, während Babbah diesen Vers auch auf הכנה הבאה ממילא, auf הכנה בפה und הכנה בידי שמים auslegt. Und das ist e8, was der Talmud mit den Worten ואזדא רבה לטעמיה sagen will. 1) Tom Verf. des Art. gesperrt. 2) Ygi. dagegen Schwarz, 1. c., pag. 37 Anm.