Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 7 · p. Seite 313

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 7
Article
Die Privilegien der jüdischen Gemeinde in Kremsier
Date
1895-01-01
Page
Seite 313 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829668-2829676-2879117--26384-2879155
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Die Privilegien der jüdischen Gemeinde in Kremsier. 313 Juden ist es vernrnthlich auch zurückzufühien, wenn der edle Fürsterzbischof Dietrichstein den Juden der Grafschaft Burgau beim Oheim des regierenden Grafen Karl von Burgau, dem Kaiser Ferdinand II., dessen Kanzler, vertrautester Rathgeber und besonderer Liebling Dietrichstein war, die vollständige Bestätigung ihrer alten Privilegien (2. März 1G21) durchsetzte1). Klarheit über die Katastrophe und ihre "Ursache, warum am 9. Juni 1535 der Vorsteher Ahraham von Leobschütz verbrannt wurde, welches Gestand niss dieser ablegte, wodurch er sich zu retten hoffte, und um dessentwillen alle Juden Schlesiens vertrieben werden sollten, und was endlich der Angeklagte kurz vor seiner Hinrichtung widerrufen hat, wodurch wieder alle für unschuldig erklärt werden sollten. Aus dem Vergleiche der Briefe mit einander ergehen sich manche Widersprüche, die L. Neustadt in seiner diesbezüglichen Schrift keineswegs vollends löst. (Siehe diese Monatsschrift, 1884, S. 183 f. Bevue des Et. Juifs XX. p. 110.) Der Name Jiczmann, eine Zusammensetzung aus יצחק und מן, wie Lippmaan, Koppelmann, kommt fast nirgends vor. Den Übersetzer eines Gebetbuches Avigdor, genannt Jizmonetsch, führt Michael in אוד חחיים S. 6, Nr. 13 an. Isman Izmun bei ״Zunz, Namen der Juden“, S. 55 Ges. Schriften, Bd. 2, ,,Sefer Schemot“ f. 6b. Möglich aber, dass Jizman der germanisirte Name von Jizchack und der genannte Babbiner mit B. Jizchak Grotel (= Gratweil, s. Horovitz, Erankf. Babb., II., S. 102, Nr. 32227, Frankl, Inschriften, Nr. 399), oder mit dem in unserem Maskirhuche S. 2 neben B. Salomo bar Naftali genannten Babbiner, Jizchak ben Baruch identisch ist. Nach einer von Perles (München) s. A. mir mitgetheilten Ansicht wäre B,. Jizmann gar nicht Babbiner, sondern nur ein einflussreicher Fürsprecher (שתדלן) oder Vorsteher der Gemeinde gewesen.!) Dieser ursprünglich in Ben-Chananja, Jhrg. 2., S. 180 mit dem Datum Crembsier den 22. Mai Ao. 1638, dann in Geiger’s Ztschr. f. Geschichte d. Jud. III, S. 175 ohne Quellenangabe angeführte im geheimen Haus-, Hof- und Staatsarchiv sich vorfindende Brief des ״hochwürdigen in Gott erleuchten Fürsten“ hat nach einer brieflichen Mittheilung G. Wolfs folgenden Wortlaut: ״Allerdurchleuchtigster etc. allergnädigster Herr! Um was für eine Intercession an Ew. B. K. M. ich durch die Gemein unter den Herren und von Adel in der löblichen Marggrafschaft Burgau wohnhafte Juden durch ire mir überreichte Supplication höchsten Fleisses angelangt worden, das geruhe Ew. B. K. M. oh derselben beigefügten suppliciren und anderen Schriften mit mehreren allergnädigst zu vernehmen: Und wiewohl mir ganz wohlbewusst dass Ew. B. K. M. ohnedies und einiges mein hinzuthun diesem armseligen Völklein alle kaiserliche und königliche höchst angeborenen Gnaden allergnädigst verweisen werden, niehts desto minder weil sie sich meiner Intercession getrosten und solche zu mehreren Beförderniss erspriesslich zu sein achten habe ich ihnen solches nicht verweigern mögen. Und diesem nach ist an Ew. B. K. M. meine allergehorsamste Bitte Sie geruhen und wollen besagte Judenschaft in dero anliegen mit kaiserlichen und königlichen Gnaden allergnädigst bedenken.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.