Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der älteste jüdische Friedhof Ungarns
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Der älteste jüdische Friedhof Ungarns. 307 Rand überwölbt. Die Schrift, die eine überaus kunstfertige Hand des Steinmetzen verräth, ist von seltener Grösse, Schönheit imd Tiefe; fast einen Cm. tief hat der Meissei die Buchstaben in den Sandstein eingegraben. Die Zeilendistanz ist ungleichmässig und schwankt zwischen 6 und 7 cm. Die sechs unzweifelhaft und lückenlos erhaltenen Zeilen lauten: ציון הלו קמה לראש ר פסח בר פטר שנאסף לעולמו בשנת לח לאלף שישי בירח אלול Das überschriftartige einzige Wort der ersten Zeile ist ein wenig mehr nach rechts aus der Mitte gerückt worden, um dem mächtig in die Höhe ragenden Geweih des ל im Worte לראש der zweiten Zeile auszuweichen. Die grammatischen Anstösse hat der Yerfasser der Grabschrift, nicht der Steinmetz zu verantworten; sie zeigen die Sprachkraft und Künstlerschaft des Ofener Milieu’s, aus dem sie hervorgegangen sind, nicht eben von der leuchtendsten Seite, sind aber gerade dadurch charakteristisch und aufschlussreich. Auch die volle Schreibung des den Artikel entbehrenden Wortes שישי gehört in diese Rubrik. Bin noch mächtigeres Fragment, das daneben gefunden wurde, erweckt die Yermuthung, dass es den Sockel und unteren Theil des ersten Trimmers enthalte. Die Maasse scheinen übereinzustimmen, obwohl die Schriftfläche nur 59 cm Breite zeigt, auch die Buchstaben könnten zur Noth dieselbe Hand verrathen, aber bei näherer Betrachtung finden wir gleichwohl, dass wir einem zweiten vom ersten unabhängigen Bruchstück gegenüberstehen. Ausser dem 45 cm hohen Sockel, mit dem der Stein in das einstige Grab gesenkt war, sind nur noch zwei Zeilen vom Ende des Grabsteins erhalten, deren erste jedoch fast ganz verwittert ist. Unzweifelhaft lautet der Schluss: כפא הכבוד ein Bruch im Stein zwischen den zwei Worten hat Nichts zerstört; die Stelle war leer, ein absichtlicher Zwischenraum. Das 95 cm hohe, 80 breite und 16 dicke dritte Fragment, dessen Schriftfläche 61 cm breit war, hat über dem 47 cm hohen Sockel, mit dem einst der Stein in der Erde ruhte, fünf Zeilen erhalten, deren zwei erste verwittert und an der linken 20*